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Diedrichshagen wehrt sich gegen Küstenbebauung

Initiator Stephan Porst war überrascht, wie viele Anwohner und Warnemünder beim ersten Treffen erschienen.Initiator Stephan Porst war überrascht, wie viele Anwohner und Warnemünder beim ersten Treffen erschienen.01. April 2017

Mit einem derart großen Interesse hatte Initiator Stephan Porst nicht gerechnet. Aus eigener Initiative organisierte der Anwohner aus Diedrichshagen eine Versammlung im Hotel Warnemünder Hof, wo sich auf Anhieb etwa 100 Bürger gegen den anstehenden Beschluss zur Bebauung des Landschaftsschutzgebietes, LSG, Diedrichshäger Land aussprachen. Innerhalb kürzester Zeit wurde eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen, um die Zersiedelung des sensiblen Küstenbereichs oberhalb des Golfplatzes zu  verhindern. Die Bürgerinitiative hofft nun bis Dienstagabend auf möglichst viele weitere Stimmen, um die Bürgerschaft vorerst für den Erhalt des LSG zu gewinnen.

„In einem weiteren unabwendbaren Verfahren gegen die Hansestadt wären die Unterschriften allerdings ein zweites Mal nötig“, so Porst. Unterstützung erhielt er durch den Ortsbeirat Warnemünde und Diedrichshagen, der mit aller Entschiedenheit schon zwei Mal gegen die Bebauung des sensiblen Küstenbereichs votiert hatte. „Wir haben bereits alles getan, um der Wohnraumbeschaffung der Hansestadt Rostock entgegenzukommen“, sagte Alexander Prechtel. Der Ortsbeiratsvorsitzende verwies auf den Rückbau illegaler Ferienwohnungen sowie die neuen Wohnanlagen am Molenfeuer und in der Parkstraße, wodurch reichlich Wohnraum in Ostseenähe geschaffen wird. Selbst die Bebauung der Mole sei bereits eine Zumutung für das Gesamtbild des Ortes. Rostock hätte genug eigene Alternativen vorzuweisen und das Soll wäre längst überschritten, so Prechtel.

Dieser Ansicht waren auch viele Anwohner. So hätte die Hansestadt vorsorglich schon im Jahre 1992 40 Hektar Land südlich des Verbindungsweges von Elmenhorst in Richtung Rostock zur Bebauung gekauft. Gebaut wurde dort bislang aber nicht, vielmehr wurden die Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet. Auch dass der Naturschutz in Rostock zu wünschen übrig ließe und sich alles nur noch um die pure Gier der Vermarktung drehe, war ein wesentlicher Ansatz für die zahlreichen Teilnehmer der Versammlung, sich offen gegen eine Bebauung für Luxuszwecke an der Küste auszusprechen. „Wir haben innerhalb von nur zwei Tagen viele Gegner mobilisieren können und hoffen auf viele weitere Gegenstimmen, die wir der Bürgerschaft am Mittwoch überreichen werden“, sagte Stephan Porst. Die Bürgerinitiative hofft auf die Unterstützung aller Rostocker, die sich vehement gegen das Verramschen der Küstenregion und weiterer Erholungsgebiete der Bevölkerung wehren. Dass die Baupolitik unter Oberbürgermeister Roland Methling  auf Kosten der Allgemeinheit ausartet, wurde bei der Versammlung nicht ausgeschlossen und deutlich angesprochen.  

Michaela Kleinsorge

Mehr zum Thema:

Wer sich  gegen die Bebauung und Zerstörung des Landschaftsschutzgebietes ausspricht, sollte schnellstmöglich eine kurz begründete Bitte um Ablehnung mit Bezug zur Beschlussvorlage 2017/BV/2509 Landschaftsschutzgebiet Diedrichshäger Land mit Kontaktdaten per E-Mail an die Fraktionen der Bürgerschaft senden (Die Linke: dielinke.fraktion@rostock.de, CDU: cdu.fraktion@rostock.de, SPD: monika.horn@rostock.de, Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen: b90-gruene.fraktion@rostock.de, Fraktion Rostocker Bund/ Graue/ Aufbruch 09: rostockerbund-graue-aufbruch09@rostock.de, Fraktion UFR/ FDP: ufr-fdp.fraktion@rostock.de)



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03.04.2017 um 19:33 Uhr
Sebastian Röhner: Bitte unterschrieben Sie auch die Onlinepetition: https://www.change.org/p/b%C3%BCrgerschaft-der-hansestadt-rostock-keine-umwandlung-von-landschaftsschutzgebiet-in-bauland?recruiter=283920936&utm_source=share_petition&utm_medium=copylink
03.04.2017 um 09:47 Uhr
Karl Barten: Im Zeichen des Euros
Jens Gienapp, ein betuchter Herr, will uns zeigen wie man Land in Ostseenähe zu klingenden Euros macht. Bei diesem Land geht es um Filetstücke aus dem Landschaftsschutzgebiet im Diedrichshäger Land, mit vielfältiger Fauna und Flora. Heimische Tiere brauchen es als Lebensraum, Rostocker, Warnemünder und die Gäste lieben es. Zunächst sollen auf 35 Hektar 140 Häuser gebaut werden. Heute 140, Morgen 1400 Häuser, denn das Diedrichshäger Land hat noch viele unbebaute Flächen im Landschaftsschutzgebiet.
Herr Gienapp sagt:" Kein Wohnen für Reiche", denn der qm Preis soll "nur" 200 Euro betragen. Für Wohnen an der Ostsee ein Spottpreis. Leicht kann der Preis auf 400 bis 500 € steigen. Auch wenn die Stadt Rostock die Hand aufhält, auf Herrn Gienapp und Co warten Gewinne in astronomischer Höhe. Am 05.04.2017 soll in der Rostocker Bürgerschaft die Entscheidung fallen ob die 35 Hektar zu Bauland gemacht werden. Warnemünde und Diedrichshäger wollen kein Bauland!!!
Ich rufe die Mitglieder der Rostocker Bürgerschaft auf, gegen Bauland zustimmen. Die Fraktionen sollten zusammenrücken und die Bodenversiegelung im Landschaftsschutzgebiet stoppen. Unsere Urenkel werden es uns danken.

Karl Barten, ein Urgestein aus Diedrichshagen