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Zielsetzung: Kein Plastikgeschirr an Rostocks Stränden

Neben Umweltsenator Holger Matthäus (mitte) nahmen an dem heutigen Seminar im IOW auch Ulf Riedel, Bereichsleiter Zentrale Steuerung in der Tourismuszentrale, Ulf Riedel (l.), und der Umweltbeauftragte Oliver Sohns teil. In der grünen Öko-Box finden sich zahlreiche Alternativen zu Plastikgeschirr.Neben Umweltsenator Holger Matthäus (mitte) nahmen an dem heutigen Seminar im IOW auch Ulf Riedel, Bereichsleiter Zentrale Steuerung in der Tourismuszentrale, Ulf Riedel (l.), und der Umweltbeauftragte Oliver Sohns teil. In der grünen Öko-Box finden sich zahlreiche Alternativen zu Plastikgeschirr.08. September 2017

Zu dem sehr wichtigen Thema „Müll im Meer – neue Handlungsfelder“ fand heute im Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) ein Seminar statt. Eingeladen hatten die Landeslehrstätte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung M-V am Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) sowie der EUCC – Die Küsten Union Deutschland e.V.

Die Veranstaltung wollte das Problem der Ostsee-Verschmutzung durch Müll in den Fokus rücken und konzentrierte sich darauf, wie kommunale Verwaltungen und der Tourismus mit der Problematik umgehen. Unter den Gästen waren zahlreiche Touristiker, die in einer anregenden Diskussion neue Ideen und praktikable Maßnahmen zur Müllvermeidung austauschten.

Der Senator für Bau und Umwelt der Hansestadt Rostock referierte in seinem Vortrag auch über das Müllmanagement an den Stränden der Ostseebäder Warnemünde, Diedrichshagen, Hohe Düne und Markgrafenheide. Danach sind an allen Strandaufgängen und parallel zur Wasserlinie flächendeckend Mülleimer aufgestellt. Saisonal wird die Zahl der Mülleimer sogar noch um 250 bis 300 Stück erhöht. Zehn zusätzliche Trennstationen und viele Papierkörbe komplettieren die Entsorgungsmöglichkeiten. „Während der Saison werden so täglich bis zu drei Tonnen Müll eingesammelt“, weiß der Senator. An den Sandstränden kommt zudem regelmäßig eine Strandreinigungsmaschine zur Feinreinigung bis zu einer Tiefe von 15 Zentimetern zum Einsatz. Pro Stunde kann so eine Fläche von 22.000 Quadratmetern gesiebt werden. Im Auffangbehälter sammelt sich neben Kronkorken, Glas, Zigarettenkippen, Hausmüll und Essensresten, Kosmetikprodukten, Spielzeug und Textilien auch immer wieder Plastik in Form von Bestecken, Bechern und Tüten. Genau hier will eine neue Initiative von Stadtverwaltung und Tourismuszentrale ansetzen: „Schon ab der kommenden Saison möchten wir das von den Strandversorgern ausgegebene Plastikgeschirr von unseren Stränden verbannen und setzen dabei zunächst auf Freiwilligkeit“, kündigte Holger Matthäus an. Der Warnemünder ist überzeugt davon, dass es genügend wiederverwendbare oder biologisch verrottbare Alternativen gibt und stellte den Seminarbesuchern eine Öko-Box mit Mustern vor. „Auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt sind Einweg-Plastikbecher verboten und die verwendeten Mehrwegtassen mit Jahreszahl haben mittlerweile Sammlerwert.“ Der Umweltsenator lobte das Engagement der Tourismuszentrale, die mit Oliver Sohns seit drei Jahren einen Umweltbeauftragten hat und neben der Aktion „Kein Plastik bei die Fische!“ auch die Strandaschenbecher unterstützt.

Die Strandoase Treichel ist der größte Strandversorger Warnemündes und hat bereits großes Interesse bekundet: „Wir möchten den Strand als unser Arbeitsumfeld natürlich sauber halten und suchen gern nach innovativen Möglichkeiten, Plastikgeschirr künftig durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen“, sagt Betreiberin Franziska Treichel. Die Strandascher stehen bei ihr schon längst hoch im Kurs.



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