Der Warnemünder
Der Warnemünder - 611. Ausgabe

Archiv Ausgabe 537:
Was ich noch sagen wollte...

Der Warnemünder Gehard Martens.

… nun ist mal eine Windhose über die Warnemünder Strandpromenade hinweg gezogen, wehte ein paar Zelte und Strandkörbe umher, tanzte nur einige Sekunden und schon lauteten einige Überschriften in der Presse „Tornado verwüstete Ostseebad“. Mein Gott! Gut, einige Sekunden hatten die Besucher auf der Strandpromenade tatsächlich den Eindruck, ein Unheil kündigt sich an. Dann war aber alles schon wieder vorüber. Wenn ich nicht den Rüssel des Tornados beim Abendessen am Himmel gesehen hätte, ich hätte gar nicht gewusst, dass eine Windhose tatsächlich niedergegangen ist. Aber so ist es selbst mit den kleinen Sensationen. Sie werden aufgepuscht bis zum geht nicht mehr. Sonst würde ja auch niemand die Zeitungen lesen.

 

Was wird gegenwärtig für ein Geschrei um den Buchautor und Banker Sarrazin gemacht. Wenn man die Leserbriefe der verschiedensten Zeitungen liest, geben ihm viele Leser sogar Recht. Und selbst die Politik bewertet mittlerweile das umstrittene Buch ganz anders als vor einer Woche. Zum Ende der politischen und allgemeinen Sommerflaute hat der Autor für einen Run auf die Medien und sein Buch gesorgt. Der allseits so „beliebte“ Westerwelle kam gar nicht mehr zum Zuge. Aber ich denke einmal, das ist einfach so. Im vergangenen Jahr war es die Abwrackprämie, inzwischen gibt es das Sparpaket, und daran kann sich ab jetzt jeder hochziehen.

 

Dieser Tage hörte ich auch noch ganz andere Töne. Politiker aus den so genannten gebrauchten (alten)Bundesländern sprachen davon, dass man 1990 doch einiges von der DDR hätte übernehmen, oder zumindest lernen können. Zum Beispiel Teile des Gesundheitswesens mit den Polikliniken oder des Schulwesens. Na ja, jetzt ist es zu spät.

 

In dieser Saison laufen ab heute noch sechs Kreuzliner den Warnemünder Hafen an. Damit geht ein weiteres Kreuzfahrtjahr zu Ende. Ich habe es nicht mehr geschafft, mit meiner holden Gattin an Bord zu steigen. Dabei haben wir uns oft genug an Karls Pier 7 herumgetrieben. Nun müssen wir mit den heimischen Hafenkreuzlinern vorlieb nehmen oder mit der Fähre nach Skandinavien dampfen. Es ist eben alles möglich. Aber wir Warnemünder müssen dann immer erst in den Überseehafen fahren, um eine Fähre zu erhaschen. Dänemark, Schweden, Finnland, Polen, Russland, alles geht.

 

Jetzt, wo ich diese Kolumne schreibe, fällt mir ein, die Ostgermanen fahren kaum noch in die alten Bundesländer. Der Grund: Hier im Osten Deutschlands ist alles viel schöner. Das finde ich jedenfalls auch. Zwar ist das individuell zu betrachten, aber der Drang nach „drüben“ ist bei uns verflogen. Außerdem kommen so viele Besucher von „drüben“, dass man auch hier bleiben kann. Zudem wissen inzwischen viele: Die Sonne geht im Osten auf! Das meint heute zum offiziellen Saisonschluss Ihr Warnemünder Gerhard Martens.

 

Übrigens: Die Saison geht weiter! Mit der Nachsaison, und die kann schöner werden, als die Hochsaison.


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