Der Warnemünder
Der Warnemünder - 611. Ausgabe

Archiv Ausgabe 536:
Was ich noch sagen wollte...

Der Warnemünder Gehard Martens.

…sicherlich werden Sie denken, DER WARNEMÜNDER ist eine maritime Onlinezeitung aus Warnemünde. In fast jeder Ausgabe sind ausführliche Berichte über die Kreuzliner, die Warnemünde im Sommer ansteuern, zu finden. Dem ist nicht ganz so. Tatsächlich nimmt aber mittlerweile die Kreuzfahrt in Warnemünde eine sehr bedeutende Position ein. Rein touristisch und damit wohl auch wirtschaftlich. Die Einheimischen selbst haben sich an das Spektakel der sommerlichen Kreuzlinerflotte gewöhnt. Für die unzähligen Landtouristen ist jedoch ein Passagierschiff immer eine Sensation! Egal ob groß oder klein. Wann kommt in Düsseldorf, München oder Leipzig schon mal so ein Kreuzliner vorbei? Niemals! Außerdem kann man in Warnemünde so nah an die schwimmenden Hotels herankommen, wie wohl nirgendwo.

 

Die Passagiere dieser Schiffe haben mittlerweile das Niveau der Restaurants und Geschäfte verändert. Schimpften wir Warnemünder noch vor wenigen Jahren, dass die Kellner und Verkäufer kein Wort englisch sprechen oder verstehen konnten, staunen wir heute, wie sich das geändert hat. Warnemünde ist international geworden. So gesehen, ist unsere Online-Zeitung, zumindest im Sommer, stark maritim angehaucht. Was gibt es auch schöneres, als das Meer und die Schiffe? Natürlich gehört der Badestrand auch zum maritimen Teil Warnemündes. Und was ist mit den Fischern und ihren Fischen? Ostseeheringe werden knapp, wieso weiß keiner genau. Dorsche gibt es auch nicht mehr viele, und von Flundern kann kein Fischer leben. Sie werden für sich einen neuen Berufszweig erfinden müssen. Vielleicht werden sie mit ihren kleinen Booten Fremdenführer auf der Warnow oder Schwimmlehrer.

 

Maritim wird es in Warnemünde bleiben. Dafür gibt es zu viel Wasser und letztlich dadurch auch viele Matrosen. Sind sie nicht schmuck, die Marineuniformen der Matrosen? Oder umgekehrt? Leider rennen die vielen Matrosen, Maate und Kapitäne in Zivil herum. Dabei hätten sie in ihren blauen Uniformen bei der Damenwelt viel mehr Chancen. Als Kind musste ich auch einmal eine Marineuniform mit einem Matrosenkragen tragen. Furchtbar, sage ich Ihnen! Die Bluse war total kratzig. Mein Vater sagte damals: „Hab dich nicht so!“ Ich hatte mich aber so, und am Nachmittag kleckerte ich mir im Kurhaus absichtlich etwas Schlagsahne und Eis über das Matrosenhemd. Nun sah ich erst aus! Meine Mutter schämte sich und mein Vater entfernte sich lautlos.

 

Heute laufen nur noch echte Königskinder mit Matrosenkragen über den Laufsteg. Meinen Kindern habe ich nie so etwas zugemutet. Glaube ich jedenfalls. Das meint heute zum maritimen Leben in Warnemünde, Ihr Warnemünder Gerhard Martens


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