Archiv Ausgabe 531:
Was ich noch sagen wollte...

Was ich noch sagen wollte......
...nun ist tatsächlich Urlaubszeit! Die deutsche Regierung hat den Laden in Berlin dicht gemacht. Jetzt kann jeder machen was er will. Ich auch! Ich habe erst mal unser Auto vom Lindensirup frei gewaschen. Zwei Tage hatte ich es unter einer schützenden Linde geparkt. So schön wie die Lindenblüten duften, und so gut der Lindenblütentee auch schmeckt, hätte ich doch bloß das Auto irgendwo in der Sonne schmoren lassen! Zum Lindensirup kam dann noch der Straßenstaub und von anderen Bäumen irgendwelche Blätterreste. Nun gut, die Arbeit ist getan, es kann weiter stauben und kleben.
Von den angekündigten schweren Regenfällen bekamen wir am Ende der Woche natürlich wieder nichts ab. Also, muss das Auto wahrscheinlich erneut in die Waschanlage. Es kam zu keiner Selbstreinigung. Auch die Linden könnten ruhig eine deftige Dusche Regenwasser gebrauchen. Aber nicht nur die Linden, auch der Strand müsste dringend gewaschen werden. Entweder durch starke Regengüsse oder durch ein Sturmhochwasser. Dabei könnte die Ostsee ruhig einmal bis an die Dünen hoch schwappen. Zum Glück sind die Blaualgen nicht bis in die westliche Ostsee getrieben. Bei einem Segeltörn bin ich einmal durch einen solchen Teppich gesegelt. Es waren jedoch keine Algen, sondern nur Blütenstaub aus Finnlands Kieferwäldern. Was mich allerdings dieser Tage störte, waren unzählige Marienkäfer, die der tropische Südwind an die Küste trieb.
Jetzt nähern wir uns mit Riesenschritten der 20. Hanse Sail. Inzwischen sind noch mehr Traditionssegler dazu gekommen. Ich glaube, ca.230. Die Ostsee ist zwar breit genug, aber der Passagierhafen in Warnemünde und damit der Seekanal nicht. Am 7. August wollen sich alle teilnehmenden Schiffe an der Parade und Regatta beteiligen. Natürlich liegen dann auch noch zwei Luxus-Kreuzliner an der Warnemünder Pier. Wenn das Wetter mitspielt dürften Warnemünde und Rostock aus den Nähten platzen. Und es scheint so als würde es mitspielen. Die Herausforderung wäre dann riesengroß.
Eins macht mich allerdings traurig. Mit der Hanse Sail schwindet auch der Sommer. Ich sehe mich schon wieder fluchen, wenn es so kalt wird. Dabei habe ich eben noch über die Hitze gestöhnt. Es ist wie in der Politik. Gerade hatten wir über die große Koalition geflucht, nun schimpfen wir über die gelb-schwarze Koalition. Gelb ist eigentlich noch nie gut beurteilt worden. Ich weiß noch, mein Vater sprach früher von der gelben Gefahr. Sie wurde damals aus China erwartet. Heute freuen wir uns, wenn wir mit der gelben Gefahr handeln dürfen. Außerdem ist es die Farbe des Neides. Wie dem auch sei, uns stehen heiße Tage bevor, die christliche Seefahrt macht’s möglich.
Das meint heute Ihr Warnemünder Gerhard Martens
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