Der Warnemünder
Der Warnemünder - 531. Ausgabe

Was ich noch sagen wollte...

Der Warnemünder Redakteur Gerhard Martens.

... wissen Sie, wie schlimm es ist, wenn kein warmes Wasser aus dem Wasserhahn kommt? Am Wochenende hat unser Heizkessel den Geist aufgegeben. Das passierte schon am Vormittag, und ich stand plötzlich in der Badewanne, wie ein begossener Pudel. Eiskaltes Wasser ergoss sich über meinen verwöhnten männlichen Leib. Der Schock war enorm. Die Muskeln krampften sich zusammen und das Gehirn hörte auf zu arbeiten. Erst als ich mich unter einer warmen Wolldecke und einem steifen Grog langsam wieder erwärmte, wurde mir das ganze Unheil bewusst. Natürlich passierte es an einem Sonnabend, als der Reparaturklempner am Bodensee im Urlaub war.

 

Zum Glück blieb uns noch die Elektrizität. So gelang es uns wenigstens, warmes Wasser zu erzeugen. Frühstücksei und Kaffee waren gerettet. Mittagessen auch. Leider hatten wir ein Menüessen für diesen Tag vorbereitet. Da fiel am Ende viel Geschirr an. Kein Problem, denn unser Geschirrspüler ist relativ groß. Nachdem wir alles Geschirr im Spüler untergebracht und die Tür wasserdicht verschlossen hatten, brummte der Spüler nur. Nanu, dachte ich. Warum knurrt der Spüler? Meiner Frau kam die Erleuchtung: Der Spüler hat nur eine Warmwasserzuleitung, und aus der kommt jetzt weder warmes noch kaltes Wasser. Daher das Knurren. Das hatte ich nicht bedacht! Was nun? Weder meine Frau noch ich wollten im Spülbecken abwaschen. Es gab keine Lösung! Das Geschirr muss im Spüler überwintern. Ein, zwei Teller und zwei saubere Tassen hatten wir noch. Zur Not könnte man den Kaffee auch aus Sammeltassen trinken. Da auch alle Messer und Gabeln im Spüler lagerten, benutzten wir erstmals unser Silberbesteck. Es war zwar angelaufen, aber die Putzmittel heutzutage sind sehr effektiv.

 

Sonntags ist bei uns außerdem noch Badetag. Ich stellte vier große Kochtöpfe auf den Kochherd in der Hoffnung damit ein Bad herrichten zu können. Als ich dann noch den Kaffeeautomaten anschmiss, flog die Sicherung heraus. Nun stand fest: Baden musste ausfallen. Hätte der Heizkessel nicht im Sommer den Geist aufgeben können? Dann wäre ich in der Ostsee baden gegangen. Es hätte zwar blöde ausgesehen, wenn ich da mit Badeöl angetanzt wäre, aber der Zweck heiligt die Mittel. Man kann auch niemandem die Schuld an dieser Misere geben. Ich hatte schon an die Politik gedacht, die eigentlich an allem Schuld ist, aber in diesem Falle? Nun werden wir auf den Klempner warten müssen. Zurzeit sind sie sehr knapp. Ein paar Bestechungseuros sind da schon fällig.

 

Das meint heute zu einem Wasserschaden, an dem nicht einmal der Winter schuld ist, Ihr Warnemünder Gerhard Martens


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