Der Warnemünder
Der Warnemünder - 531. Ausgabe

Was ich noch sagen wollte...,

Der Warnemünder Redakteur Gerhard Martens.

... am Montag hatten die Frauen ihren ganz großen Tag, den Internationalen Frauentag. Eigentlich ist es ja ein politischer Tag, denn die Frauen kämpfen um ihre Gleichberechtigung. Inzwischen sind sie gleichberechtigt, jedenfalls hier in Warnemünde, und nun ist es für die Frauen ein Tag nur zum Feiern. Zwar kein bezahlter Feiertag, aber den haben selbst wir Männer nicht. Am Frauentag geht es bei den Frauen richtig zur Sache, wenn sie in Gruppen diesen Tag ohne Männer feiern. Da ist weder der Witz noch der Schnaps tabu. In Warnemünde hatten etliche Kneipen Frauentagsfeiern ausgerichtet. Der Umsatz war großartig!

 

Zu Hause bedienen viele Männer ihre Frauen schon morgens beim Frühstück, was ich eigentlich schon immer mache. Die Gattin erhält als Aufmerksamkeit an ihrem Kampftag ein kleines Geschenk, entweder einen Blumenstrauß, eine Schachtel edlen Konfekts oder ein schickes Nachthemd für erotische Bettgeschichten. Aus dem Alter für Bettgeschichten bin ich leider schon etwas hinaus. So habe ich mir noch etwas ganz Neues ausgedacht. Und damit hatte meine liebe Frau überhaupt nicht gerechnet. Ich schenkte ihr ein Schlagloch direkt aus der historischen Altstadt von Warnemünde. Ich bin stundenlang umher gewandert, um so ein schickes Loch zu finden. Es stammte aus der John-Brinckman-Straße, in der sie als Kind gewohnt hatte. Zwar liegen dort Kopfsteine, aber einer davon ist weggesackt. Dieses Loch schenkte ich ihr, und sie schaute mich nach der Schenkung ganz dankbar an.

 

Nun werden Sie, verehrte Leser, bestimmt denken, „der Warnemünder“ ist verrückt. Bei weitem nicht, zumindest noch nicht. Die Idee kam mir, als ich dieser Tage einen Bericht im Fernsehen sah, wo der Bürgermeister die Schlaglöcher in seiner kleinen Stadt verkaufte. Je nach Größe und Tiefe zwischen einem und zwanzig Euro. Eine imposante Idee, die ihresgleichen sucht. Allerdings, die Tiefe einiger Löcher macht mir schon Sorgen. Vor allen Dingen, wenn ich aus dem Auto steige. Das neben mir liegende Schlagloch ist nicht richtig einzuschätzen, und ich könnte darin ertrinken, wenn es mit Wasser gefüllt sein sollte. Natürlich ist das Nonsens, es sei denn, ich würde in Köln wohnen, wo aus einem Schlagloch ein richtiger Trichter mit eingestürztem Haus wurde.

 

Zurück zu unseren normalen Schlaglöchern. Den Städten und Gemeinden wird es sehr teuer kommen, um wenigstens die tiefsten Löcher zu beseitigen. Unser Bundesaußenminister hätte wahrscheinlich die Lösung parat: Hartz IV Bezieher könnten die Schlaglöcher dicht setzen. Aber der Außenminister ist ja nur für Äußeres zuständig. Na ja, Warnemünde hat erst mal ein Schlagloch weniger, nämlich das, was ich kaufen werde.

 

Das meint heute zum Frauentag und zum scheidenden Winter, Ihr Warnemünder Gerhard Martens


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