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Warnemünde: Feuerwehr inspiziert Leuchtturm

Die Feuerwehrmänner Sebastian Hahn, Christian Maciej und Marco Wolter (v.l.) machen sich ein Bild von den besonderen Gegebenheiten auf dem Warnemünder Leuchtturm. So viel steht fest: Es ist sehr eng.Die Feuerwehrmänner Sebastian Hahn, Christian Maciej und Marco Wolter (v.l.) machen sich ein Bild von den besonderen Gegebenheiten auf dem Warnemünder Leuchtturm. So viel steht fest: Es ist sehr eng.29. Juni 2016

Das war eine nasse Angelegenheit heute Morgen am Warnemünder Leuchtturm: Unter verschärften Bedingungen, weil bei strömendem Regen, bat die Feuerwache 2 aus Lütten Klein zum Ortstermin, um die Kameraden im Rahmen einer Operativen Taktik-Schulung, OTS, mit den besonderen Gegebenheiten des Baudenkmals vertraut zu machen. Schwerpunktmäßig ging es bei der Übung um den besonderen Fall, dass eine hilfebedürftige Person von der zweiten Empore, in exakt 24,95 Metern Höhe, gerettet werden muss. Verschärft stellte sich die Situation für die Feuerwehrleute durch die Aufbauarbeiten zur Warnemünder Woche dar – aber auch das gehört nun mal dazu.    

Ein kompletter Löschzug, bestehend aus Vorausfahrzeug, Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, Tanklöschfahrzeug, Drehleiter und insgesamt zwölf Mann Besatzung bahnte sich den Weg zum Warnemünder Wahrzeichen. Schnell war klar, dass es eng sein würde dort oben. Der Transport einer Krankentrage über die 135-stufige, und nach oben hin immer enger werdende, Wendeltreppe scheint kaum machbar. „Als Alternative haben wir bis zu einem Körpergewicht von etwa 80 Kilogramm noch das Tragetuch; doch das ist – weil sehr bewegungsbehaftet – gerade bei Knochenbrüchen für den Patienten sehr schmerzhaft“, sagt Feuerwehrmann Marco Wolter. Bis zur ersten Empore reicht problemlos auch die auf 37 Meter ausfahrbare Drehleiter, positioniert auf der Promenade, unterhalb der Stufen zum Leuchtturm. „Die maximale Nennrettungshöhe beträgt so 30 Meter im Lot“, erklärt Wolter das Prozedere. Schwieriger wird es, auf diesem Wege an den darüber liegenden Balkon zu gelangen. Aber auch dafür hat Hauptbrandmeister Heiko Hacker eine probate Lösung parat: „Wir können auf dem Korb der Drehleiter eine Art Plattform installieren, auf der man bei Bedarf die Rettungstrage samt Patient befestigen kann. Mit etwa 100 Kilogramm weniger Gewicht erreichen wir so auch die obere Empore.“

Leuchtturmchef Klaus Möller hatte die heutige Feuerwehr-Begutachtung forciert. „Ich kann mir gut vorstellen, dass es sehr eng ist dort oben. Glücklicherweise hatten wir die Gefahrensituation bislang aber noch nicht“, erklärt er seine Beweggründe. Umso beruhigter ist der Warnemünder, als Heiko Hacker seine Rettungsstrategien offenbart: „Wir haben jetzt verschiedene Möglichkeiten durchgespielt und wissen, was machbar ist und was eben nicht. Im Ernstfall werden wir immer die spezialisierte Höhenrettung mit dazu holen.“  Es kommt letztlich immer auf den individuellen Zustand der zu rettenden Person an, welche Maßnahme zum Tragen kommt.  Und so viel ist sicher: Oben bleiben muss keiner.

Nach dem OTS, Anfang April, in der Kirche war das die zweite Besichtigung der Berufsfeuerwehr an einem historischen Warnemünder Gebäude. Interessant stellen sich für Hauptbrandmeister Hacker auch die verwinkelte Alte Vogtei und natürlich die Mühle dar.

Foto 2, 3, 5, 6 und 7: Klaus Möller
Foto 4: Geomas







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