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Warnemünde Mittelmole: Bürgerinitiative schreibt Fraktionen an

Illustration „Warnemünde - Seebad mit einmaligem Flair“ von Hansi Parczyk. Illustration „Warnemünde - Seebad mit einmaligem Flair“ von Hansi Parczyk. 25. August 2017

Das Thema Mittelmole brennt Warnemündern wie Rostockern auch weiterhin unter den Nägeln. Nachdem die Bürgerinitiative Alter Fährhafen Warnemünde (BI) in der vergangenen Woche den Präsidenten der Rostocker Bürgerschaft, Dr. Wolfgang Nitzsche, in einem offenen Brief um Hilfe bat, ging man jetzt einen Schritt weiter und kontaktierte alle Fraktionen des Stadtparlaments. Grund ist die Wiederaufnahme der Planungen zur Mittelmole (MiMo) nach dreijährigem Stillstand mitten in der Ferienzeit via interner Beratungsrunde aus Oberbürgermeister, Stadtplanungsamt, Vertretern der Bürgerschaftsfraktionen, Ortsbeirat Warnemünde und dem kommunalen Wohnungsunternehmen Wiro. Der Warnemünder Ortsbeiratsvorsitzende Alexander Prechtel berichtete dazu in der August-Sitzung: „Dort ist vom Oberbürgermeister ganz klar gesagt worden, dass dieser nicht bereit ist, den gefassten Bürgerschaftsbeschluss (zur MiMo) umzusetzen.“ Im Herbst 2014 hatte die Bürgerschaft einen Beschluss verabschiedet, wonach die abgelehnten Pläne für die Bebauung der Mittelmole durch spezifische Vorgaben korrigiert werden sollten.

„Seitdem haben wir hunderte Gespräche mit Bürgern geführt. Demnach bewegen angesichts der aktuellen Vorgänge zwei zentrale Fragen die breite Öffentlichkeit: Zum einen, wie kann es sein, dass Stadtverwaltung und Wiro-Spitze seit drei Jahren eigenmächtig und scheinbar frei von Kontrollgremien bewusst gegen einen demokratisch gefassten Beschluss agieren und zum anderen, warum wird die Durchsetzung der Wirtschaftsinteressen eines kommunalen Unternehmens mit Amtshilfe gegen Beschluss- und Bürgerwillen forciert, obwohl so ökonomische, touristische und identitätsstiftende Zukunftspotentiale unserer Hansestadt massiv gefährdet werden? Im Namen vieler besorgter Bürger haben wir diese Fragen an die Bürgerschaftsmitglieder weitergeleitet“, sagt BI-Sprecher Heiko Schulze. Dem engagierten Rostocker ist es sehr wichtig zu betonen, dass es sich bei der Mittelmolen-Beplanung keinesfalls um ein Warnemünder Problem handele: „Es geht schließlich um das seeseitige Eingangstor unserer Stadt – das kann und darf den Rostockern nicht einerlei sein“, ist Schulze überzeugt.

Für ihn und seine Mitstreiter der BI drängt sich durch die aktuelle Entwicklung der Verdacht auf, dass die Stadtverwaltung den dreijährigen Planungsstillstand dadurch kompensieren will, längst abgelehnte Pläne wieder „aufzuwärmen und aufzutischen“. Öffentlichkeit und Bürger sollen demnach – wie gehabt – gänzlich ausgeschlossen bleiben. „Völlig unklar, denn eigentlich waren im Handlungsauftrag an die Stadtverwaltung für die Durchführung der weiteren Mittelmolen-Beplanung ganz konkret drei Punkte zur Bürgerbeteiligung festgeschrieben: Einbeziehung des Ortsbeirates, regelmäßige öffentliche Informationsveranstaltungen und die Installierung einer ‚Bürgerwerkstatt‘“, macht Heiko Schulze seinem Unmut Luft.

Die Bürgerinitiative erhofft sich von den Abgeordneten nun nicht nur Antworten auf die beiden zentralen Fragen, sondern auch persönliche Stellungnahmen zur Beurteilung des Verwaltungshandelns.



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