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Ortbeirat votiert gegen Wohnblock an der Mühle

Der idyllische Mühlenhof könnte bald der Geschichte angehören.Der idyllische Mühlenhof könnte bald der Geschichte angehören. (1 weiteres Bild)15. Februar 2017

Der idyllische Warnemünder Mühlenhof, begrenzt durch Meyers Mühle, mit Restaurant, Außengastronomie und Mühlenausstellung im Süden und die Bronzeplastik „Junge auf dem Mühlstein“ von Reinhard Buch im Norden, gut einsehbar von der angrenzenden Mühlenstraße und immer wieder ein begehrtes Fotomotiv, könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Hier will die Bauherrengemeinschaft Meyer’s Mühle GbR einen knapp 40 Meter langen, 20 Meter breiten und zehn Meter hohen Dreigeschosser mit zwölf Wohnungen und dazugehöriger Tiefgarage errichten.  

Die Bauvoranfrage dazu wurde in der gestrigen Ortsbeiratssitzung im Technologiepark Warnemünde vorgestellt. Weil die Bausumme mit etwa 910.000 Euro beziffert wurde, ist laut Baugesetzbuch das „Einvernehmen der Gemeinde“ nötig.

Es war nicht anzunehmen, dass der Ortsbeirat das Projekt einfach so „abnicken“ würde. Schon in der zuvor einstimmig beschlossenen Stellungnahme des Bauausschusses, vorgetragen durch Mathias Pawelke, wurde die Ablehnung der Beschlussvorlage empfohlen. Pawelke betonte, dass es dabei keinesfalls um die baurechtliche Bewertung, wie etwa die Einhaltung der Abstandsflächen und Grenzabstände ginge – da vertraue man voll und ganz auf das Bauamt der Hansestadt Rostock. Vielmehr ging es bei der Beanstandung um die Einordnung des Vorhabens in die umgebende Bebauung. „Hierzu ist festzustellen, dass die gewünschte Bebauung vor allem aus der Sicht von der Mühlenstraße einen optischen Riegel darstellt. Die historische Beziehung der Mühle aus dem Jahre 1866 zur Mühlenstraße wird deutlich gestört“, so das Mitglied des Bauausschusses.

In der anschließenden kurzen Diskussion wurde schnell klar, dass das Bauvorhaben bei den Warnemündern auf wenig Gegenliebe stößt. „Wenn so gebaut wird, brauchen wir uns über moderate, ortsübliche Bebauung nicht mehr unterhalten“, schimpfte etwa Ortsbeiratsmitglied Prof. Dr. Dieter Neßelmann und Gremiumskollege Axel Tolksdorff erinnerte sich daran, wie laut der Aufschrei war, als er nur die Schaufenster seines Ladengeschäftes am Kirchenplatz verändern wollte. Er empfindet den Entwurf schlicht als dreist: „Das ganze Ansinnen ist mir schleierhaft, zumal Meyers Mühle in jedem internationalen Reiseführer zu finden ist.“

Ein Vetorecht hat der Ortsbeirat nicht. Auch das „Einvernehmen der Gemeinde“ ist von untergeordneter Bedeutung. Das entscheidende Gremium ist der städtische Bau- und Planungsausschuss und der befasst sich am 21. Februar mit dem Thema.

Weil die fertige Beschlussvorlage bereits vorliegt, ist davon auszugehen, dass das Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen bereits seine Zustimmung für das Vorhaben gegeben hat.



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15.02.2017 um 23:43 Uhr
Uwe Freund: Ich finde der Bau sollte in dieser Form unbedingt verhindert werden. Es darf nicht sein, das Warnemünde komplett zugebaut wird. Die Mühle muss von der Mühlenstraße weiterhin deutlich sichtbar sein.