Im Januar hatten die Organisatoren noch mit einem schneelosen Wintervergnügen bei Frühlingstemperaturen gerechnet. Doch es kam ganz anders. Sibirien ließ grüßen! Natürlich war es nur ein Kältehoch aus dieser unwirtlichen Gegend, das sich immer näher an die Mecklenburgische Bucht heran schob.
Am 1. Februar wussten die Männer um Veranstaltungschef Jörg Bludau, dass es ein eisiges Vergnügen im Schnee sein würde und die gesamte Organisation wurde auf die extreme Kälte abgestimmt. Ein besonderes „Plus“ meldeten die Meteorologen: Die Sonne würde an allen „Vergnügungstagen“ scheinen. So kam es dann auch, und mit der Sonne kamen Tausende Besucher aus dem Umland, dem Berliner Raum, und sogar aus Dänemark nach Warnemünde. Sie erlebten ein Wochenende, wie es an der winterlichen Küste selten ist. Gaststätten und Hotels brauchten sich nicht über fehlende Gäste beklagen.
Ein buntes Spitzzelt führte direkt zum Partyzelt. Musik erklang und die Menschen drängten hinein, um sich bei einem Tänzchen zu erwärmen oder ein wärmendes Getränk zu erlangen.
Gleich am Eingang konnten sich Kinder zünftig und fast karnevalistisch schminken lassen. Partygänger der älteren Generation standen mit ihren Glühweingläsern an Bartischen und klönten über Gott und die halbe Welt. Ein Stück wärmende Welt war im Zelt anzutreffen. Die Winterbader hatten sich den Kutschwagen der Reiterabteilung gemietet, und stiegen von hier direkt in die nur 1 Grad warme Ostsee.
Zu den wichtigsten Helfern des 3. Warnemünder Wintervergnügens gehörten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde und des THW. Sie waren immer zur Stelle, wenn irgendwo etwas klemmte. Außerdem beobachteten Sie jedes Lagerfeuer, legten Holz nach und hielten Schaulustige zurück, die zu nahe an das Feuer kamen.
Drachen waren in diesem Winter bereits mehrmals am Himmel zu sehen. Dabei handelte es sich um Kitesurfer, die den Starkwind auf der Ostsee für ihren Sport nutzten. Zum Kitesurfen langte es beim 3. Warnemünder Wintervergnügen jedoch nicht.
Dafür kamen die "Landdrachen" zum Einsatz. Für sie war der Wind gerade richtig, um zünftig in den blauen Himmel zu steigen. Gleich hinter dem Partyzelt befand sich der Startplatz für die Drachen. Sie rundeten das Bild des Wintervergnügens am Himmel ab.
Das 3. Warnemünder Wintervergnügen deutete bereits auf den kommenden Sommer hin. Die wohlbekannte Strandkorbvermietung Treichel hatte 24 Strandkörbe an den Strand gebracht und rund um das Partyzelt aufgestellt. Bei eisigem Ostwind konnte jedoch nur ein sehr kurzes Sonnenbad genommen werden.
Diverse Lagerfeuer am Partyzelt luden besonders Kinder zum Stockgrillen ein. Ein Spaß, den der Nachwuchs eigentlich nur von den sommerlichen Gartenpartys her kennt. Es wurde fleißig gegrillt und Besucher konnten sich auch noch vorzüglich aufwärmen – bei 10 Grad im Minusbereich ein erfreulicher Nebeneffekt.
Fast das gesamte Winterfest-Wochenende war die „Ocean-Bar“ in Treichels Partyzelt umlagert. Hier gab es nicht nur köstliche Mixturen aus der Welt des Alkohols, sondern auch viele alkoholfreie Getränke. Die meisten Getränke waren „naturgekühlt“. Nur Grog und Glühwein machten eine Ausnahme.
Besonderes Interesse fanden die Reitvorführungen direkt am Strand. Hierfür war eigens ein Areal für die rund 40 gemeldeten Rösser abgegrenzt. Diverse Wettbewerbe liefen über die Wettkampfarena. Wie schon in den vergangenen Jahren fand auch ein Kinderreiten statt. Viele der Jüngsten saßen zum ersten Mal auf einem Pferd oder Pony. Selbst auf der Strandpromenade konnten Spazierritte gebucht werden.
Mit 15 Grad Minus wurde es in der Nacht vom Sonntag zum Montag in Warnemünder sehr kalt. Der Alte Strom, auf dem sich bisher nur wenig Eis gebildet hatte, gefror komplett. Nur im nördlichen Bereich kam es zur Eisschollenbildung. Für die Warnemünder Fischer bedeutet das, dass sie derzeit nicht zu ihren Fischgründen auf dem Meer gelangen können.
Das Interesse am WIRO-Areal auf der Mittelmole ist gewaltig. Nach dem, noch im Dezember 2011 durch die Hansestadt Rostock veröffentlichen, städtebaulichen Wettbewerb, gab es eine lebhafte Beteiligung nationaler und internationaler Architekten. Die Entwürfe und Ideen weisen durchweg einen kühnen architektonischen Charakter auf.
Noch bis zum 31. Januar können sich Planer aus der ganzen Welt an diesem Wettbewerb für das so genannte „Filetstück“ Mittelmole beteiligen. Danach tritt eine Jury in Aktion. Sie beurteilt ob die Beauflagungen erfüllt werden, oder nicht. Zu den Auflagen zählen Attraktivität, Wohnen und der Tourismus. Auch die internationale Kreuzschifffahrt erhält eine neue Bedeutung. Generell soll insbesondere die Bedeutung des historischen Kerns des Seebades berücksichtigt werden.
Eigentlich ist er gar kein Platz mit einem offiziellen Namen, der Alexandrinenplatz. Sein Name ist in keinem Warnemünder Straßenverzeichnis zu finden. Es gibt auch keine Hausnummern. Die Häuser gehören zur Alexandrinenstraße.
Der Alexandrinenplatz entstand bereits im Mittelalter, als die alte Warnow hier noch einen Knick hatte. Damals entwickelte sich eine Parallelstraße zum Alten Strom. Zu dieser Zeit war der Ort noch in Quartiere aufgeteilt. Der Platz trennte das 1. vom 2. Quartier. Diese Stelle war in ihrer Entstehung eher ein Zufallsergebnis. Heute ist der Alexandrinenplatz ein idyllischer, ja romantischer und einmaliger Platz in Warnemünde.
Der Warnemünder Verandastreit ist noch längst nicht ausgestanden. Doch es scheint sich eine sensationelle Änderung abzuzeichnen. Eine Reihe von Verandagrundstücken soll die Stadt Rostock bereits in den 20er Jahren an die Hausbesitzer verkauft haben. Das haben Recherchen im Stadtarchiv ergeben. Das Rostocker Liegenschaftsamt zeigte sich von den Erkenntnissen überrascht, war aber bislang zu keiner Stellungnahme bereit.
Das Bedürfnis nach Nichtraucher-Strandabschnitten ist in allen Seebädern an der Ostseeküste gewachsen. Versuche im letzten Jahr, an bestimmten Strandabschnitten das Rauchen zu unterlassen, waren ein Erfolg. Zwar wurde kein grundsätzliches Verbot ausgesprochen, doch an den gekennzeichneten Abschnitten wurden bei späteren Untersuchungen weniger Zigarettenreste gefunden, als an den übrigen. Das Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Aktionen.
Solange der Wind aus südlichen oder südöstlichen Richtungen weht, kann es am Strand kaum zu nennenswerten Eisbildungen kommen. Die Buhnen westlich von Warnemünde haben sich jedoch bereits ihre (wärmenden?) weißen Hauben aufgesetzt. Möglich machte das der Wellengang im Uferbereich. Das ein Grad warme Seewasser und die Minus 15 Grad in der Luft schufen die „Kappen“ auf den Buhnenpfählen.
Wegen der schnellen Eisbildung in den Gewässern um den Darß wurde der Seenotkreuzer „Theo Fischer“ an die relativ eisfreie Warnowmündung verlegt. Von hier aus können in der Regel stärkere Schiffe schnell das Mündungseis durchbrechen und auf die freie See gelangen.
Sollte das Eis zu stark sein, muss auch im Alten Strom ein Eisbrecher ans Werk gehen. Die Schiffe der Hafenrundfahrtsflotte haben ihren Betrieb zurzeit eingestellt.
Kürzlich meldeten wir, dass in der sanierten Alexandrinenstraße der letzte Kastanienbaum gefällt wurde. Das stimmt nicht ganz, eine urige alte Kastanie befindet sich noch in der Nähe des "Ümgangsbrunnens". Dieser Baum steht in einem etwas breiteren Bereich der Straße. Dadurch findet der Baum Platz zur weiteren Entfaltung.
…ich hatte schon die Befürchtung, dass es noch etwas Winter 2012 geben wird. Aber doch nicht gleich mit derartiger Kälte! Und tatsächlich, es wurde sehr kalt, glücklicherweise aber nicht so bitterkalt wie vor 83 Jahren. Ich habe bereits meine Wintermütze aus dem Keller gekramt und auch den Pelzmantel kontrolliert, ob er nicht etwa bei dem Sommerhochwasser im letzten Jahr Kellerschimmel angesetzt hat. Er hat es nicht! Besonders beim Wintervergnügen am Strand leistete er vorzügliche Dienste. Dadurch konnte ich den Grog- und Glühweingenuss etwas reduzieren, was ja auch der Gesundheit gut tat.
Die Kälte-Hochdruckgebiete „Cooper“ und "Dieter" verursachten noch etwas: Sie drängten unseren Bundespräsidenten Christian Wulff komplett aus der Medienschusslinie. Keine zündende Schlagzeile mehr in den Zeitungen. Dafür hatte bereits die „Costa Concordia“ gesorgt. Überhaupt, andere Ereignisse bestimmten die Zeitungsaufmacher. Die Strände sind gefährlich! Welch Unsinn! Auch das Dschungelcamp verdrängte Wulff. Die Finanzkrise verursacht Angst, und nun kam auch noch Alzheimer dazu. In den letzten Tagen gab es keine Talkshow ohne Alzheimer. Betroffene wurden zu den Talkrunden gezerrt. Alzheimer saß überall mit am Tisch.
Ich habe mich selbst auch schon intensiv kontrolliert. Gestern suchte ich meine Brille. Ich wusste einfach nicht mehr, wo ich sie hingelegt hatte. Meine Frau schaute mich schon kritisch an. Das nutzte nichts, sie ist heute noch weg. Einige Sachen habe ich schon ein Leben lang gesucht, wie zum Beispiel einen nicht eingetrockneten Kugelschreiber. Das 1x7 von 100 zähle ich zu meiner Erinnerungskontrolle rückwärts. Ich beherrsche es noch. Aber Kopfschmerzen habe ich von Zeit zu Zeit. Gut oder schlecht, das ist hier die Frage.
Zum Warnemünder Wintervergnügen hatte ich meinen Kopf besonders warm eingewickelt. Es könnte Wasser im Kopf sein was gefrieren kann. Na ja, wir haben den vergangenen Winter gut überstanden, warum nicht auch diesen. Aber das „Sibirische Kältehoch“ sichert sich in der Berichterstattung den Begriff besonderer Sensation. Ich möchte mich jetzt doch lieber den Schönheiten des Lebens zuwenden. Der Winter zaubert uns ein Bild von Warnemünde, das es nicht allzu oft gibt. Dann steht uns noch der Valentinstag ins Haus – der Tag für die Jungverliebten. Und dann ist da auch noch der Karneval mit Rosenmontag und Fastnacht. Am Aschermittwoch können wir uns alle Asche aufs Haupt streuen und versprechen, uns zu bessern.
Der Februar ist nicht nur ein kurzer Monat, sondern auch ein interessanter. Das meint heute zu letzten Ereignissen unserer Zeit, Ihr Warnemünder Gerhard Martens.