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Neue Chefin im Heimatmuseum Warnemünde

Symbolisch übergibt die scheidende Museumschefin den Schlüssel an ihre Nachfolgerin Annika Preibisch.Symbolisch übergibt die scheidende Museumschefin den Schlüssel an ihre Nachfolgerin Annika Preibisch. (1 weiteres Bild)29. August 2016

Nur ganze 28 Monate konnte sich Dr. Kathrin Möller als Leiterin des Warnemünder Heimatmuseums beweisen. Heute hatte die 49-Jährige ihren letzten Arbeitstag in dem alten Fischerhaus in der Alexandrinenstraße 31. Es zieht sie in den Iga-Park, wo sie künftig die Leitung des Schifffahrtsmuseums auf dem Traditionsschiff übernimmt: „Die Stadtverwaltung hatte bei mir angefragt und ich habe nach langer Überlegung zugesagt“, bekennt die in Rostock lebende Historikerin. „Meine Dissertation hatte ich zur Schiffbaugeschichte geschrieben. Ich bin in der Materie zu Hause und es ist kein Neuanfang“, sagt die Akademikerin, die 1996 mit einem Museumsvolontariat in Bonn begann und schon ein Jahr später im Technischen Landesmuseum Schwerin  arbeitete. In den Jahren 2008 bis 2012 war sie Projektleiterin für die Vorbereitung des Ausstellungs- und Bildungszentrums Phantechnikum in Wismar, das sie bis 2014 auch leitete. 

Die Arbeit im Warnemünder Heimatmuseum hat Kathrin Möller immer besonders viel Freude bereitet und deshalb sieht sie den Wechsel auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Wir haben hier einen riesigen Fundus, die Quellenlage ist super und das ist immer eine tolle Arbeit für Historiker.“ Auf der anderen Seite natürlich die große Herausforderung, das Traditionsschiff in richtiges Licht zu setzen und voranzubringen. „Ich verlasse die Warnemünder Familie, bleibe dem Verein als Mitglied aber treu und werde mich in ehrenamtlicher Form weiter einbringen“, kündigt die Museologin an. Gemeinsam mit Annelen Karge vom Kulturhistorischen Museum Rostock und Textilrestauratorin Susanne Buch wird sie nämlich in einem Beirat die Umgestaltung der Dauerausstellung begleiten. Geballte Frauenpower also – das kann nur gelingen.

Diese große Umgestaltung wird auch die große Herausforderung für Nachfolgerin Annika Preibisch sein. Das Geld dafür – Kathrin Möller hatte beim Kultusministerium 100.000 Euro Fördergelder eingeworben – liegt bereit und nun sind Ideen gefragt. Die 36-Jährige hat in Rostock seit 2000 die Neuere Geschichte Europas und als Zweitfach Sprachliche Kommunikation und Kommunikationsstörungen studiert. Entwicklungspsychologie und Pädagogik waren Bestandteile ihres Studiums; beides kann in Warnemünde von Vorteil sein. 2005 folgten ein Praktikum im Kulturhistorischen Museum und 2007 schließlich der Magisterabschluss. Mehrere Jahre arbeitete Annika Preibisch dann für das Kulturhistorische Museum – ihr erstes größeres Projekt war die Inventarisierung der Spielzeugsammlung. Später lag ihr Hauptaufgabengebiet vor allem in der Museumspädagogik.

Mit dem „Museumsvirus“ wurde sie nach eigenen Angaben schon sehr rechtzeitig, nämlich in der ersten Klasse infiziert: „Damals bekam ich das Geschichtslehrbuch meines Großvaters in die Hände. Das hat mich total begeistert und das Interesse an Historischem wuchs in den folgenden Jahren beständig.“ Annika Preibisch war die Wunsch-Nachfolgerin für Kathrin Möller. „Sie hatte mich dem Museumsverein vorgeschlagen, ich habe mich daraufhin vorgestellt und anschließend das Bewerbungsgespräch geführt“, sagt die sympathische junge Frau. Auf die Vereinsarbeit und die damit verbundene Freiheit freut sie sich ganz besonders. Viele Ideen hat sie auch schon im Kopf, nur müssen diese noch zurückgestellt werden, denn erstmal ist die Dauerausstellung das Allerwichtigste. Schon im Frühjahr 2018 zum Rostocker Stadtgeburtstag soll hier alles fertig sein. Die Neukonzeption ist bereits im Gange – erste Vorschläge sollen zum Jahresende vorgestellt werden. Vieles soll moderner werden, „aber wir wollen auch alle mitnehmen und niemanden überrumpeln“, versichert Möller.

Inhaltlicher Schwerpunkt ist die volkskundliche Sammlung mit dem Ende des 19. Jahrhunderts beginnend. Trachten, Seefahrt und Lotsenwesen werden beleuchtet und dann ein Zeitsprung in die 1930er Jahre mit einer besonderen politischen Situation. Hier werden vor allem die Fischer in Szene gesetzt. Dann wieder ein Zeitsprung in die 1970er Jahre und die Warnowwerft. Zeitgeschichte wird in der neuen Dauerausstellung eine große Rolle spielen, dazu natürlich Stephan Jantzen, Min Herzing und Horst Köbbert. Annika Preibisch ist bei all dem guten Mutes und wird die großen Aufgaben anpacken, genauso, wie es im Mai 2014 Kathrin Möller getan hat.



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