Die Hanse Sail ist natürlich keine Love Parade, wie kürzlich in Duisburg. Trotzdem sind die Menschenansammlungen zur Hanse Sail in Rostock und Warnemünde sehr groß. Das Sail-Büro Rostock überprüft nun noch einmal alle Sicherheitsaspekte an beiden Veranstaltungsorten. Ein Nadelöhr in Warnemünde ist der Bahnhofstunnel. Wie in den Vorjahren auch wird es hier nur den Durchgang in eine Richtung geben, nämlich von der Stadt zum Seekanal. Die Gegenrichtung erfolgt über den Scandlines-Parkplatz. Die Bahnhofsbrücke ist ein ähnlicher Engpass. Sie wird in der Länge geteilt, so dass es immer nur Bewegungen in eine Richtung gibt. Am Seekanal selbst wird es weniger Verkaufsstände geben, dadurch entfallen zwangsläufig die Personenstaus.
Außerdem sorgen zusätzliche Sicherheitskräfte für einen reibungslosen Ablauf der 20. Hanse Sail in Warnemünde. Die schönsten und sichersten Aussichtspunkte befinden sich am Strand und auf den Molen. Einige Straßen des Seebades werden während der Veranstaltung, besonders energisch am Sonnabend den 7. August, gesperrt.
Geht es nach rechts, nach links oder doch noch gerade aus? Oder hätte man etwa vorhin schon rechts abbiegen müssen? Karls Maislabyrinth in Rövershagen ist mittlerweile im ganzen Land bekannt. Spaß und Spannung für die ganze Familie sind dabei garantiert. Besonders für die vielen Urlauberfamilien entlang der Küste ist das Labyrinth eine willkommene Abwechslung. Vom 24. Juli bis zum 3. Oktober steht das Labyrinth zum Verirren bereit.
Das Maisfeld ist etwa 1,80 m hoch und die darin gezogenen Wege haben eine Breite von 80 Zentimeter. Mit einer nostalgischen Feldbahn werden die Besucher zum Eingang vom Maislabyrinth gebracht. Die Fahrt, entlang des Maislabyrinthes dauert ca. 15 Minuten. Von hier aus kann die rund 2-stündige Entdeckertour starten. Von verschiedenen Aussichtstürmen in unserem können die Gäste das ganze Feld überblicken. Die kleinen Besucher können sich auf einem Abenteuerspielplatz mitten im Maislabyrinth austoben.
Foto: Karls Erlebnis-Dorf
Auch in diesem Jahr kam es zu einer Marienkäferinvasion im Ostseebad. Schuld daran war der warme Südwind. Hier fanden sie auch gleich vorzügliche Lebensbedingungen, nämlich die gegenwärtig stark verbreiteten Blattläuse.
Die roten Käferchen setzten sich massenweise an Strandkörben und sonstigen „Sitzgelegenheiten“ fest. Marinenkäfer können auch in die menschliche Haut zwicken. Zum Glück war die Invasion der roten Käfer nur ein kurzes Intermezzo. In den nächsten Tagen kam stärkerer Nordwind auf, der die Käfer im wahrsten Sinne des Wortes „vertrieb“.
Durch die schnelle Erwärmung der Ostsee kommt es in den relativ flachen Gewässern des Meeres zu vermehrter Seetangbildung. Das ist durchaus nicht ungewöhnlich, der Seetang tritt jedes Jahr auf, meistens aber erst im August und September.
Der Seetang ist für Mensch und Tier ungefährlich. Wird er jedoch an Land gespült, entsteht durch die Wärmebildung bei Sonneneinstrahlung ein unangenehmer Geruch, der die Badegäste unter Umständen vom Strand vertreiben kann. Normalerweise wird der an Land gespülte Seetang entfernt oder bei ablandigem Wind zurück ins Meer gespült. Verhindern lässt sich der Seetang im Küstensaum kaum. Er ist ein Naturprodukt aus dem Meer.
Im Warnemünder Kurhaus samt Garten mit Konzertkuppel und Pavillon ist der Wurm drin. Seit sich Anfang des Jahres der bisherige Betreiber Ripka Catering zurückzog, ist es still um das weiße Haus am Strand geworden.
Zwar wird das Spielcasino noch betrieben, und der Saal wird hin und wieder auch noch genutzt, dem Gesamtbauwerk sieht man aber an, dass sich hier nichts tut. Der Kurhausgarten wird seither nicht mehr gepflegt und die Rosenbeete werden von Unkraut überwuchert.
Viele Warnemünde-Besucher lassen es sich nicht nehmen, wenigstens einmal den Leuchtturm zu besteigen. Das Bauwerk an der Warnowmündung gehört zu den wenigen, noch in Betrieb befindlichen und trotzdem besteigbaren Leuchtfeuern, an Deutschlands Küsten.
In der vergangenen Woche wurde der 30.000. Besucher des Jahres 2010 auf dem Turm begrüßt. Es handelte sich um eine Familie aus Sachsen-Anhalt, die auch mit einer entsprechenden Urkunde ausgezeichnet wurde.
Das Deutsche Rote Kreuz hatte am letzten Sonntag seinen Blutspende-Bus unter dem Warnemünder Leuchtturm platziert. Hier konnten Einheimische und Feriengäste unkompliziert Blut spenden.
Wenn sich auch der „Andrang“ in Grenzen hielt, so kam letztlich doch eine ganze Anzahl von Spendern in den Bus und stellte wertvolles Blut zur Verfügung.
In den letzten Tagen hatte sich das Wasser der Ostsee im Küstenbereich so erwärmt, dass es zeitweise wärmer als die Luft war. Das verleitete die Ferien- und Badegäste zu ausgedehnten Seebädern.
Natürlich war auch viel Spaß dabei, zumal sich am letzten Sonntag heftige Wellen gebildet hatten, die geradezu zum „Toben“ im Wasser einluden. Ohne Luft- und Wassertemperaturunterschied, konnten sich die Badegäste gefahrlos und mit purer Lebensfreude ins nasse Element „stürzen“.
So schlecht ist der Gedanke gar nicht, am Strand in der Nähe des Ufersaumes, eine Massageeinrichtung zu etablieren. Das Warnemünder Gesundheitsunternehmen „vital & physio“ macht es nun möglich. Hier am breiten weißen Ostseestrand werden kernige „Seglermassagen“ angeboten. Was diese so genannten Seglermassagen von normalen Massagen unterscheidet, ist wohl die Stärke der Handgriffe. Die mögen vielleicht für Wassersportler notwendig sein, ob sie allerdings eine zarte junge Frau über sich ergehen lassen möchte, ist fraglich.
Aber es gibt bei Auftragserteilung auch sanftere Methoden. Die Strandmassagen sind seit einigen Jahren besonders an den Mittelmeerstränden bekannt. Hier haben sich ganze Clans entwickelt, die versuchen, die Strandbesucher zu einer Anwendung zu überreden. Diese Anbieter sind zumeist ungelernt, oder höchstens angelernt. Die jetzt am Warnemünder Strand arbeitenden Masseure sind natürlich gelernte Kräfte.
Das Problem gut funktionierender Sanitäranlagen gibt es im Seebad seit wenigstens 80 Jahren. Nach dem Kriege wurde es jedoch total vernachlässigt. Besonders am stark frequentierten Strand standen Sanitäranlagen immer an letzter Stelle. Inzwischen hat sich zwar einiges geändert, doch „Mangelware“ sind sie immer noch. Das, obwohl eine ganze Reihe von Toiletten dazu gekommen sind.
Der ganz große Wurf ist aber weder den Stadtvätern, noch den jeweiligen Kurverwaltungen gelungen. In dieser Saison entstand ein transportabler Sanitärkomplex hinter den Dünen in der Nähe des Strand-Hotels Hübner. An guten Sommertagen kommt es hier stets zu Warteschlangen. Auch diese Anlage ist für den Strand noch viel zu klein.
Es war am letzten Sonntag ein Kurkonzert vom Feinsten, das sich ein paar Hundert Zuhörer am alten Konzertpavillon im Kurhausgarten anhörten. Dank der Tourismuszentrale waren vor dem Pavillon viele Tische und Stühle für Besucher aufgestellt worden. Die vier Salonphilharmoniker aus Leipzig präsentierten Caféhausmusik aller erster Güte.
Die Salon-Philharmoniker Leipzig bestehen bereits seit 1987. Die Musiker erhielten überall wo sie auftraten lang anhaltenden Beifall. So natürlich auch in Warnemünde. Bemerkenswert an dem kleinen Ensemble ist, dass es die Musik ohne elektronische Verstärkung zu Gehör bringt. Die Künstler traten in dieser Formation bereits mit Harald Juhnke auf, und musizierten u.a. im Berliner Hotel Adlon. Im Rahmen ihrer diesjährigen Ostseetour traten sie zum ersten Mal im Ostseebad Warnemünde auf.
Zu einem „Seeunfall“ kam es am letzten Sonntag auf dem Alten Strom in Warnemünde. An der Westmole hatte ein ehemaliger Fischkutter festgemacht, der zwar nicht mehr in See stechen durfte, aber auf seinen schwankenden Planken Bier und Köm an Gäste verabreichte.
Aus bisher ungeklärter Ursache schlug der Kutter leck und kenterte im alten Strom. Menschen kamen nicht zu Schaden. Der Kutter hatte das stolze Alter von immerhin 67 Jahren erreicht. Ursprünglich wurde er als so genannter KFK-Kutter gebaut. Er wurde zu Hilfsdiensten im Krieg eingesetzt und fischte zeitweise auch. In seinen 67 „Lebensjahren“ war der Kutter zu verschieden Zwecken eingesetzt. So auch als Fischereiforschungsschiff und als Pionierschiff der Rostocker Jugend.
Während der Yachthafen Mittelmole in der nächsten Zeit rekonstruiert werden soll, und daher kaum Fahrtenyachten Station machen, hat der Yachthafen Hohe Düne Hochsaison.
Fast alle Liegeplätze sind gegenwärtig belegt und zur Hanse Sail wird der Hafen voraussichtlich komplett ausgebucht sein. Die Liegeplatz-Bedingungen sind im Hafen Hohe Düne ausgezeichnet, zumal sich im Hintergrund die gesamten Hotel- und Fitnessanlagen befinden.
Das Hundeverbot am Warnemünder Badestrand besteht seit vielen Jahren. Die meisten Hundeliebhaber halten sich an das Verbot, aber es gibt auch immer wieder Einzelne, die ihr Tier mit an den Strand nehmen.
Viele Hundehalter sind meist einsichtig, wenn sie auf das Verbot angesprochen werden, aber wo kein Ankläger, da auch kein angeklagter Hundehalter. Die Badegäste müssten schon die Polizei oder den Strandvogt verständigen. Aber wer macht sich leider schon die Mühe?
Was ich noch sagen wollte......
...nun ist tatsächlich Urlaubszeit! Die deutsche Regierung hat den Laden in Berlin dicht gemacht. Jetzt kann jeder machen was er will. Ich auch! Ich habe erst mal unser Auto vom Lindensirup frei gewaschen. Zwei Tage hatte ich es unter einer schützenden Linde geparkt. So schön wie die Lindenblüten duften, und so gut der Lindenblütentee auch schmeckt, hätte ich doch bloß das Auto irgendwo in der Sonne schmoren lassen! Zum Lindensirup kam dann noch der Straßenstaub und von anderen Bäumen irgendwelche Blätterreste. Nun gut, die Arbeit ist getan, es kann weiter stauben und kleben.
Von den angekündigten schweren Regenfällen bekamen wir am Ende der Woche natürlich wieder nichts ab. Also, muss das Auto wahrscheinlich erneut in die Waschanlage. Es kam zu keiner Selbstreinigung. Auch die Linden könnten ruhig eine deftige Dusche Regenwasser gebrauchen. Aber nicht nur die Linden, auch der Strand müsste dringend gewaschen werden. Entweder durch starke Regengüsse oder durch ein Sturmhochwasser. Dabei könnte die Ostsee ruhig einmal bis an die Dünen hoch schwappen. Zum Glück sind die Blaualgen nicht bis in die westliche Ostsee getrieben. Bei einem Segeltörn bin ich einmal durch einen solchen Teppich gesegelt. Es waren jedoch keine Algen, sondern nur Blütenstaub aus Finnlands Kieferwäldern. Was mich allerdings dieser Tage störte, waren unzählige Marienkäfer, die der tropische Südwind an die Küste trieb.
Jetzt nähern wir uns mit Riesenschritten der 20. Hanse Sail. Inzwischen sind noch mehr Traditionssegler dazu gekommen. Ich glaube, ca.230. Die Ostsee ist zwar breit genug, aber der Passagierhafen in Warnemünde und damit der Seekanal nicht. Am 7. August wollen sich alle teilnehmenden Schiffe an der Parade und Regatta beteiligen. Natürlich liegen dann auch noch zwei Luxus-Kreuzliner an der Warnemünder Pier. Wenn das Wetter mitspielt dürften Warnemünde und Rostock aus den Nähten platzen. Und es scheint so als würde es mitspielen. Die Herausforderung wäre dann riesengroß.
Eins macht mich allerdings traurig. Mit der Hanse Sail schwindet auch der Sommer. Ich sehe mich schon wieder fluchen, wenn es so kalt wird. Dabei habe ich eben noch über die Hitze gestöhnt. Es ist wie in der Politik. Gerade hatten wir über die große Koalition geflucht, nun schimpfen wir über die gelb-schwarze Koalition. Gelb ist eigentlich noch nie gut beurteilt worden. Ich weiß noch, mein Vater sprach früher von der gelben Gefahr. Sie wurde damals aus China erwartet. Heute freuen wir uns, wenn wir mit der gelben Gefahr handeln dürfen. Außerdem ist es die Farbe des Neides. Wie dem auch sei, uns stehen heiße Tage bevor, die christliche Seefahrt macht’s möglich.
Das meint heute Ihr Warnemünder Gerhard Martens