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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: 20 Jahre Leuchtturmverein

Walter Vogt, Klaus Möller und Gerhard Lau (v.l.) bilden den Vorstand des Warnemünder Leuchtturmvereins.Walter Vogt, Klaus Möller und Gerhard Lau (v.l.) bilden den Vorstand des Warnemünder Leuchtturmvereins.02. April 2014

Die zwölf aktiven Leuchtturmmänner und drei Vorstandsmitglieder haben allen Grund zur Freude, denn am 11. April wird richtig gefeiert. „Zwanzig Jahre ist es jetzt her, dass ich eine kleine Notiz von Gerhard Lau in einer Zeitung las. Gesucht wurde die Crew für einen neuzugründenden Leuchtturmverein und eine kleine ‚Heuer‘ als Aufwandsentschädigung sollte es auch geben“, erinnert sich Walter Vogt, einer der drei heutigen Vorständler.  Das passte gut, denn der heute 76jährige war damals gerade arbeitslos und dachte: Gehst mal hin. Aus der kleinen Zeitungsnotiz wurde eine Passion und zwanzig Jahre sind, wenn man’s genau nimmt, ja auch ein halbes Arbeitsleben. So, wie Walter Vogt ging es damals den meisten ersten Leuchtturmmännern. Mit zehn Mann – alle hochmotiviert – ging’s los aber schnell wurde allen klar, dass das nicht reicht. Schon in den ersten vier Jahren seines Bestehens wuchs der Leuchtturmverein auf 80 Mitglieder an. Die Zahl ist mit den Jahren fast konstant geblieben, es handelt sich um Privatpersonen, Firmen und Vereine, auf das ganze Bundesgebiet verteilt. „Jedes Mitglied erhält auch einen kleinen Ausweis, der dazu berechtigt, den Leuchtturm kostenfrei zu besteigen – mit Familie versteht sich“, erklärt Klaus Möller, der das Amt des Leuchtturm-Chefs erst 2012 von Gerhard Lau übernommen hatte. „Der Mitgliedsbeitrag beträgt übrigens nur 15 Euro im Jahr und wir freuen uns natürlich immer über neue Weggefährten. Vielleicht kommen auch ein paar jüngere hinzu, denn unser Altersdurchschnitt liegt bei 67 Jahren“,  so der Warnemünder – der 63jährige ist erst relativ spät zum Verein gestoßen.  

„Es waren zwanzig erfolgreiche Jahre“, resümiert Möller. Ein Dauerbrenner sind nach wie vor die beliebten Leuchtturm-Hochzeiten. „Erst in der vergangenen Woche gab es im NDR-Fernsehen einen Beitrag dazu und im Handumdrehen gab es wieder vier Interessenten“, freut sich Walter Vogt. Für 2014 liegen schon dreizehn Anmeldungen vor und zwanzig Leuchtturm-Hochzeiten gibt es nur pro Jahr – der Aufwand für jede einzelne Zeremonie ist einfach zu groß. Seit 2006 gab es übrigens schon 110 solche Veranstaltungen auf dem Warnemünder Leuchtturm. „Allein im vergangenen Winter hatten wir zehn Anfragen von romantisch veranlagten jungen Männern, die ihrer Angebeteten auf der Empore einen Antrag machen wollten. Das mussten wir leider ablehnen, denn dort oben ist es sehr glatt und somit viel zu gefährlich“, so Walter Vogt.

Jährlich besteigen etwa 70.000 Gäste das Warnemünder Wahrzeichen. Noch streiten sich die Geister, ob der Warnemünder Leuchtturm seinerzeit der erste in Deutschland war, der für das Publikum freigegeben wurde. Fakt ist allerdings, dass er einer der ersten war! „Und der Einzige, der Geld für andere Vereine und viele gemeinnützige Projekte ausreicht sowieso. Etwa 600.000 Euro haben wir seit Öffnung des Turmes 1994 an Fördergeldern ausgezahlt und die Summe ist allein durch die Eintrittsgelder zusammengekommen“, ergänzt Gerhard Lau, der die Entwicklung des Leuchtturmvereins in den letzten zwanzig Jahren maßgeblich geprägt hat. Lau war viele Jahre lang Rostocks oberster Denkmalschützer und somit prädestiniert für den Vereinsvorsitz. „Mein Dank gebührt meinen ‚Turmmännern‘ mit ihren vielfältigen Talenten und allen, die uns zur Seite standen und weiterhin stehen“, so der 77jährige Warnemünder, der sich gerade mit der 19. Ausgabe des Tidingsbringers befasst – ebenso ein turmeigenes Produkt, wie die Sonntagsschule, das kleine Museum in der Bodenstation und das „Ümbläddern“.  Letzteres bildete übrigens die Grundfesten für die heutige Megainszenierung „Leuchtturm in Flammen“. Auch der „Niege Ümgang“ ist ohne die finanzielle Unterstützung des Leuchtturmvereins kaum denkbar, genauso wie viele kleinere  Veranstaltungen im Ostseebad. Einmal im Jahr überweist der Leuchtturmverein dann noch 15.000 Euro an die Bundeskasse – als Vereinsanteil zum Erhalt des so wichtigen Warnemünder Denkmals.

Und Eines liegt den Leuchtturmmännern noch ganz besonders am Herzen: „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft und haben ein sehr gutes, von großem Vertrauen geprägtes, Verhältnis miteinander. Das soll auch so bleiben – mindestens noch für die nächsten zwanzig Jahre“, fasst Leuchtturm-Chef Klaus Möller zusammen. DER WARNEMÜNDER sagt: „Herzlichen Glückwunsch und Danke für alles!“

Die Leuchtturmsaison 2014 wird am Ostersonnabend, den 19. April um 11.00 Uhr traditionell durch den Moderator Horst Marx und den Shantychor De Klaashahns eröffnet – mit dabei sind dann natürlich auch die Warnemünder Leuchtturmmänner.



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