Im Monat Februar 2010 zeigte sich die Sonne über Warnemünde so wenig, wie nie zuvor seit 1945. Knapp 42 Stunden strahlte die Sonne über dem Seebad. Warnemünde war über den gesamten Monat Februar hinweg mit Schnee bedeckt. Die Schneedecke war zeitweise über 30 cm dick. Das entsprach einer Niederschlagsmenge von knapp 40 Liter/m². Im Durchschnitt der letzten Jahrzehnte fielen nur 30 Liter auf den Quadratmeter. Allerdings lag die Temperatur nur wenig unter dem langjährigen Mittel.
Der März zeigt sich noch immer ziemlich kalt, aber die Sonnenscheindauer lässt schon erahnen, dass sich der Frühling ankündigt. Erst am 8. März stieg die Tagestemperatur erstmals auf über ein Grad Plus.
Trotz des kalten Ostseewassers hat es die Heringe doch relativ dicht an die Küste getrieben. Einige Schwärme sind wahrscheinlich vor dem eisigen Wasser in der nördlichen Ostsee in die milderen westlichen Meeresgefilde geflüchtet.
Auch die Warnemünder Stellnetzfischer haben bereits gute Heringsfänge angelandet. In einigen Fischrestaurants können die Gäste jetzt „Hering satt“ essen. Das heißt, man kann so viele Bratheringe zu Kartoffeln mit süßsaurer Sauce essen, wie man will. Bei einer Heringsschwemme kommt es oft zu derartigen Angeboten. Diese Chance sollten sich die Heringsliebhaber jetzt nicht entgehen lassen. In der Regel werden es aber nicht mehr als fünf Heringe sein, die ein Gast verzehren kann.
Bei der Komplettrekonstruktion des Uferbereiches am Warnemünder Segel Club gab es zwei Monate Zeitverzug. Im Januar und Februar tat sich durch Frost und Schnee rein gar nichts. Nun sind die Bauarbeiten wieder aufgenommen worden. Alte Stahlteile wurden beseitigt und ein Bagger wird bald damit beginnen, den Bereich zwischen Kai und Land wieder aufzufüllen.
Aber noch müssen einige Anker eingebracht werden. Für die Segler steht nun die bange Frage: Werden die Bauarbeiten rechtzeitig zum Saisonstart abgeschlossen sein? Das Ansegeln erfolgt am 9. Mai. Zuvor müssen die Yachten aber noch mit einem neuen Bootskran ins nasse Element gesetzt werden, und das ist nur an der neuen Steganlage möglich.
Der traditionelle Warnemünder Seglerball war in diesem Jahr etwas aus den Fugen geraten. Eigentlich sollte er bereits am 30. Januar über die Bühne gehen. Doch gerade an diesem Tage zogen schwere Schneestürme über das Land und Warnemünde. Es war zu erwarten, dass nicht alle Gäste das Kurhaus erreichen würden. So wurde der Ball kurzerhand auf den 6. März verschoben, in der Hoffnung, dass dann schon frühlingshaftes Wetter herrscht. Dem war zwar nicht so, aber es gab wenigstens keinen Schneesturm.
Rund 300 Gäste kamen und sie wurden letztlich auch nicht enttäuscht. Zum Tanz bat die Band „Music General Store“. Rund 500 Lose wurden bei der traditionellen Tombola verkauft, bei der viele wertvolle Preise zu gewinnen waren. Der Erlös kommt den Kinder- und Jugendgruppen der beiden veranstaltenden Vereine Warnemünder Segel Club und Akademischer Seglerverein Warnemünde zugute.
Für das Warnemünder Kurhaus war es vorläufig eine der letzten größeren Veranstaltungen, da der bisherige Betreiber sich aus dem Geschäft zurückgezogen hat.
Diese bange Frage stellt sich immer noch den Hunderten Schiffbauern und Schweißern, die auf der Nordic Warnowwerft entlassen werden mussten. Inzwischen gab es immer wieder neue Meldungen, nach denen der Werfteigner und das Land MV Aufträge an Land gezogen hätten. Diese erwiesen sich in der Regel als „Blase“ und die Warnemünder sind enttäuscht.
Wenn jetzt die Übergangsregelung für die Beschäftigen ausläuft, hat die Werft ein Problem, wenn doch noch ein Auftrag eingeht. Dann fehlen nämlich die Fachkräfte. Sollte auch dieser letzte Hoffnungsschimmer ausbleiben, dann hat die Werft, die 1950 über 9.000 Menschen beschäftigte, endgültig ausgedient. Dabei waren es auch Russen, die 1948 die Warnowwerft ins Leben riefen. Der jetzige russische Eigentümer hat aber allem Anschein nach die Aufgabe, diese Werft zu zerschlagen.
Die Warnemünder Fischerklause am Fuße der Westmole gehört zu den legendären Gaststätten des Seebades. Sie galt bereits zu DDR-Zeiten als echte Seemannskneipe. Das heißt, Seemänner waren dort zwar weniger zu Gast, als vielmehr Feriengäste, die einen Hauch Seemannsromantik erleben wollten. Begonnen hatte die Pension und Kneipe 1921. Beinahe wäre daraus sogar ein „Freudenhaus“ entstanden. Die Betreiber wechselten vielfach auch den Namen des Gasthauses. Vom „Café an der Mole“ über „Café Molen Diele“ bis hin zum „Café Anders“ änderten sich die Namen.
Erst die HO Rostock gab der Gaststätte 1968 den Namen „Fischerklause“. In dieser Zeit zählten die Fischer besonders im Winter zu den Hauptgästen. Im Sommer war hier kaum ein Platz zu bekommen. Die Fischerklause war die beliebteste Urlauber-Gaststätte in Warnemünde. Nach der Wende 1990 wurde es relativ still in dem Lokal, obwohl an den Wochenenden hier regelmäßig Seemannsweisen erklangen. Das Essen, hauptsächlich Fisch, ist delikat. Nun sind sowohl die Einrichtung als auch die Gaststube in die Jahre gekommen. Ein neuer Betreiber rekonstruiert die Gaststätte umfangreich und sie soll nach Fertigstellung sogar eine Aussicht auf die Westmole erhalten.
Es ist wie verteufelt. Rostocks Stadtväter wehren sich vehement dagegen, dass auch an anderen Wochentagen als freitags, in der alten Vogtei geheiratet werden kann. In vielen Leserbriefen verschiedener Rostocker Zeitungen kommt immer wieder das Unverständnis für die Verfahrensweise der Rostocker Stadtverwaltung zum Ausdruck.
Dabei könnte Heiraten in Warnemünde eine der Attraktionen sein, um das Seebad und damit auch die Hansestadt in der Gunst der Touristen weiter aufzuwerten. Selbst der Oberbürgermeister empfindet Unverständnis für das Verhalten seines Standesamtes. Aber, so hört man aus dem Munde der Leiterin des Standesamtes, die Standesbeamten könnten überfordert werden.
Es wird allerhöchste Zeit, dass der Winter aus Warnemünde vertrieben wird. Das soll nun durch das große Osterfeuer am Strand in der Nähe des Leuchtturmes geschehen. Am 3. April ist es soweit. Dann hat die Warnemünder Freiwillige Feuerwehr wieder soviel Holz zusammen getragen, dass am Abend die Flammen hoch in den Himmel lodern werden.
Für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgt eine ungewöhnliche Band aus Sachsen Anhalt. Für Kinder findet zuvor noch ein Fackelumzug durch Warnemünde statt. Auch ein kleiner Budenzauber am Strand und an der Promenade ist versprochen. Wenn sich der Frost tatsächlich verzogen hat, könnten bereits die ersten Strandkörbe am Strand stehen. Die mögen für ein Sonnenbad gut sein, ein Ostseebad dürfte definitiv noch zu kalt sein.
Foto: Joachim Kloock
Die über 60.000 Besucher auf dem Warnemünder Leuchtturm haben während des vergangenen Jahres ihre Spuren auf dem 111 Jahre alten Turm hinterlassen. Kürzlich gingen die Männer des Leuchtturm Fördervereins daran, das Innere des Turmes auf Hochglanz zu bringen. Zwar ist Hochglanz an dem alten Gemäuer übertrieben, aber rein und sauber müssen die Wände, Treppen und das Geländer schon sein.
Ab Ostern soll der Turm seine Pforte öffnen und möglichst viele Besucher auf die oberste Galerie locken. Von hier haben die Besucher nicht nur einen unendlich weiten Blick über das Meer, sondern schauen auch auf die Dächer von Warnemünde, auf den Passagier- und Überseehafen.
Warnemünde wurde in diesem Winter von zahlreichen auswärtigen Fischkuttern angesteuert. Der Grund war, dass der Alte Strom im unteren Bereich stets eisfrei war und so konnten die Kutter problemlos anlegen.
Besonders betroffen waren die Fischer, deren Heimathäfen vom Ostwind immer wieder durch Packeis versperrt wurden. So auch der Hafen von Arnis an der Schlei. Aber auch Kutter aus Saßnitz und Vitte suchten den eisfreien Warnemünder Hafen auf.
Wenn es Veränderungen im Lande gibt, herrscht immer erst einmal große Skepsis bei den Menschen. So auch bei der bevorstehenden Rekonstruierung der Warnemünder Mühlenstraße. Die meisten Einwohner fürchten um die schönen Kopflinden in dieser Straße. Die Menschen sind so sensibilisiert, dass sie jede Baumfällung als Frevel betrachten. Ganz besonders in der Mühlenstraße, die sich als Boulevard mit diesen Linden besonders attraktiv präsentiert.
Nur, es sind dringend auch Sanierungen unter der Straße notwendig und dabei könnten die Wurzeln Schaden erleiden. Die Bäume würden elendig absterben. Es gibt aber auch Stimmen, dass andere kostbare Bäume den Boulevard säumen könnten. In der nächsten Zeit soll eine Unterschriftensammlung für die Erhaltung der Kopflinden gestartet werden.
Die sagenumwobenen Frauentagsfeiern in der Form vor 1990 gibt es nicht mehr. In jener Zeit gehörte es zum guten Stil der Betriebe, für ihre werktätigen Frauen große Partys auszustatten. In der Zeit vor und nach dem 8. März profitierten die Gaststätten stets von diesen Feiern. Es war sehr schwer, eine Gaststätte oder wenigstens einen Raum zu ergattern, wo Frauen, ganz unter sich, den Internationalen Frauentag feiern konnten.
Die damalige Warnemünder Warnowwerft war besonders großzügig, und stellte beachtliche Mittel aus dem Kulturfonds zur Verfügung. Damit die werktätigen Frauen nicht auch noch bei ihrer Feier mithelfen mussten, wurden einige männliche Kollegen eigens für die Frauenfeiern freigestellt.
Das gehört längst der Geschichte an, aber es gibt doch noch eine Reihe von Frauentags-Freundeskreisen, die es sich nicht nehmen lassen, am 8. März tüchtig zu feiern. Nicht politisch, einfach nur gesellig
Die Sammlung des Weltenbummlers Kasten ist nun endgültig geschlossen. Die meisten Ausstellungsobjekte sollen verkauft werden, einige sind bereits verkauft. Grund der Schließung waren die zu hohen Kosten für das Ausstellungspersonal, außerdem kamen zu wenige Besucher, um sich die Sammlung anzuschauen.
Noch aber stehen zwei Statuen aus der Südsee am Teepott-Eingang. Ob sie ebenfalls veräußert werden, ist zurzeit nicht bekannt.
Das Ostseebad Warnemünde gehört zu den beliebtesten deutschen Ostseebädern. Das war 2009 nicht nur optisch auszumachen, wenn man an den Strand schaute, sondern auch statistisch zu beweisen. 814.600 Übernachtungen wurden aufgelistet. Das ist eine Steigerung gegenüber 2008 um 4,7 %.
Hinzu kommen Zehntausende Tagesurlauber, die hier allerbeste Aufenthaltsbedingungen finden. Die Restauration ist auf diese Anstürme während der gesamten Saison gerüstet. 2010 gesellt sich zu den Hotels noch Hübners Park Hotel. Das neue Haus der Marke Hübner wird die Attraktivität des Seebades noch steigern.
Über 200.000 Kreuzfahrtpassagiere werden 2010 in Warnemünde an Land gehen. Bei der Internationalen Tourismusbörse, ITB, vom 10. bis 14. März in Berlin, ist Warnemünde in den Ausstellungsstand der Hansestadt Rostock integriert.
... am Montag hatten die Frauen ihren ganz großen Tag, den Internationalen Frauentag. Eigentlich ist es ja ein politischer Tag, denn die Frauen kämpfen um ihre Gleichberechtigung. Inzwischen sind sie gleichberechtigt, jedenfalls hier in Warnemünde, und nun ist es für die Frauen ein Tag nur zum Feiern. Zwar kein bezahlter Feiertag, aber den haben selbst wir Männer nicht. Am Frauentag geht es bei den Frauen richtig zur Sache, wenn sie in Gruppen diesen Tag ohne Männer feiern. Da ist weder der Witz noch der Schnaps tabu. In Warnemünde hatten etliche Kneipen Frauentagsfeiern ausgerichtet. Der Umsatz war großartig!
Zu Hause bedienen viele Männer ihre Frauen schon morgens beim Frühstück, was ich eigentlich schon immer mache. Die Gattin erhält als Aufmerksamkeit an ihrem Kampftag ein kleines Geschenk, entweder einen Blumenstrauß, eine Schachtel edlen Konfekts oder ein schickes Nachthemd für erotische Bettgeschichten. Aus dem Alter für Bettgeschichten bin ich leider schon etwas hinaus. So habe ich mir noch etwas ganz Neues ausgedacht. Und damit hatte meine liebe Frau überhaupt nicht gerechnet. Ich schenkte ihr ein Schlagloch direkt aus der historischen Altstadt von Warnemünde. Ich bin stundenlang umher gewandert, um so ein schickes Loch zu finden. Es stammte aus der John-Brinckman-Straße, in der sie als Kind gewohnt hatte. Zwar liegen dort Kopfsteine, aber einer davon ist weggesackt. Dieses Loch schenkte ich ihr, und sie schaute mich nach der Schenkung ganz dankbar an.
Nun werden Sie, verehrte Leser, bestimmt denken, „der Warnemünder“ ist verrückt. Bei weitem nicht, zumindest noch nicht. Die Idee kam mir, als ich dieser Tage einen Bericht im Fernsehen sah, wo der Bürgermeister die Schlaglöcher in seiner kleinen Stadt verkaufte. Je nach Größe und Tiefe zwischen einem und zwanzig Euro. Eine imposante Idee, die ihresgleichen sucht. Allerdings, die Tiefe einiger Löcher macht mir schon Sorgen. Vor allen Dingen, wenn ich aus dem Auto steige. Das neben mir liegende Schlagloch ist nicht richtig einzuschätzen, und ich könnte darin ertrinken, wenn es mit Wasser gefüllt sein sollte. Natürlich ist das Nonsens, es sei denn, ich würde in Köln wohnen, wo aus einem Schlagloch ein richtiger Trichter mit eingestürztem Haus wurde.
Zurück zu unseren normalen Schlaglöchern. Den Städten und Gemeinden wird es sehr teuer kommen, um wenigstens die tiefsten Löcher zu beseitigen. Unser Bundesaußenminister hätte wahrscheinlich die Lösung parat: Hartz IV Bezieher könnten die Schlaglöcher dicht setzen. Aber der Außenminister ist ja nur für Äußeres zuständig. Na ja, Warnemünde hat erst mal ein Schlagloch weniger, nämlich das, was ich kaufen werde.
Das meint heute zum Frauentag und zum scheidenden Winter, Ihr Warnemünder Gerhard Martens