Mit einem schwarzen Sarg wollen die Warnemünder Gewerbetreibenden durch das Seebad ziehen. Es soll ein sichtbarer Protest gegen die unsinnige gerichtliche Verfügung sein, dass die Geschäfte in Urlaubsorten an Sonntagen nicht geöffnet werden dürfen. Bisher gab es eine Regelung, nach der in bestimmten Ferienorten auch sonntags geshoppt werden kann. Warnemünde gehört selbstverständlich dazu.
Dagegen hatte die katholische und evangelische Kirche geklagt, und sie kamen mit der Klage auch durch. Die Schließungen an Sonntagen bedrohen jetzt ganze Geschäftszweige in den Bade- und Ferienorten. Eingelegte Rechtsmittel gegen das unsinnige Urteil ermöglichen eine Galgenfrist bis zum 11. Juli. Besonders betroffen ist von der Regelung das Seebad Warnemünde. Eine ähnliche Sargaktion gab es in Warnemünde schon einmal, nämlich als die Fährschiffslinie Warnemünde - Gedser zum Überseehafen verlegt wurde. Damals trugen die Warnemünder ihre Fähre in einem schwarzen Sarg durch das Ostseebad und versenkten ihn anschließend an der Westmole.
Die Warnemünder sind verzweifelt, sie bekommen für ihre vielen Ferien- und Tagesgäste kein stationäres Sommerwetter geliefert. Seit Tagen kündigen die Meteorologen immer wieder wechselhaftes Frühjahrswetter für das Seebad an.
Zwar gab es in der letzten Woche einen sommerlichen Tag, dann war aber alles bereits vorüber. Einziger Trost der Feriengäste ist, dass es in Deutschland nirgends richtig „sommert“. Statt Badegästen im warmen Seesand, haben sich bereits die Drachen am Warnemünder Strand etabliert und beleben den Himmel. Sie fanden ausgezeichnete Bedingungen vor. Die richtige Drachenzeit beginnt jedoch erst zum Herbstanfang. Ein erster Stilbruch dieser Saison!
Die „Blauen Flaggen“ sind in ganz Europa ein anerkanntes Symbol für saubere Badestrände und reines Badewasser. Die Kriterien sind überall gleich, so dass die Blaue Flagge am Strand von Warnemünde die gleiche Wertung besitzt, wie vielleicht an den Badestränden der Costa de Sol in Spanien.
Die Blaue Flagge dieses Jahres trägt die Inschrift 2010. Sie gilt daher auch nur für dieses Jahr. Das Seebad muss sich also jetzt schon um die gleiche Auszeichnung für das Jahr 2011 bewerben. Drei Blaue Flaggen flattern am Warnemünder Strand zwischen Wilhelmshöhe und Markgrafenheide. Nun müssen die EU-Richtlinien der Blauen Flaggen für den Warnemünder Strand tagtäglich eingehalten werden.
Am Warnemünder Passagierkai herrschte in der letzten Woche Hochbetrieb. Nach dem Vierfachanlauf am Montag wurde es nur am Dienstag ruhig an der Pier 7. Dann ging es weiter mit einem Doppelanlauf, einem Dreifachanlauf und drei einzelnen Ansteuerungen. Unzählige Passagiere aus aller Herren Länder bestimmen dann das Bild von Warnemünde.
Am letzten Montag fand wieder ein Passagierwechsel der AIDAblu statt. Volle Reisebusse waren an diesem Tag nicht zu übersehen. Als Bremse wirkte wieder die S-Bahnschranke an der alten Bahnhofstraße. Lange Staus waren die Folge. Es wird allerhöchste Zeit, dass das geplante Nordkreuz mit seiner Brücke über die S-Bahngleise gebaut wird. Erst dann können die Passagiere unkompliziert den Hafen erreichen und auch wieder verlassen. Die Fertigstellung ist jedoch erst für die Saison 2012 geplant.
Die „Costa Atlantica“ gehört zum wöchentlichen Saisonbild des Jahres 2010. Erstmals nimmt der NCL-Cruiser Warnemünde während der ganzen Saison seinen Passagierwechsel vor.
Über 2.600 Passagiere kann das Schiff aufnehmen. Mit seinen 85.700 BRZ und einer Länge von 292 m gehört die „Costa Atlantica“ zu den ganz großen, die Warnemünde ansteuern. Gebaut wurde der Kreuzliner in Turku (Finnland). Die „Costa Atlantica“ unternimmt Reisen zu den Ostseemetropolen und in die norwegischen Fjorde.
Täglich steuern mindestens 50 bis 60 Busse mit Tagesbesuchern das Seebad Warnemünde an. Mal nur für zwei Stunden, mal für den ganzen Tag. Die Busfahrer stellen in den meisten Fällen ihre Fahrzeuge auf dem Scandlines-Parkplatz auf der Mittelmole ab.
Während einige Busse ihre Passagiere hier aus- und wieder einsteigen lassen, ist ein weiterer Aus- und Einsteigeplatz die Parknische vor dem Warnemünder Kurhaus. Doch stehen bleiben dürfen die Reisebusse hier nicht.
Nicht nur die 73. Warnemünder Woche (3. bis 11. Juli) steht vor der Tür, sondern auch die 20. Hanse Sail, die vom 5. bis 8. August in Rostock und Warnemünde stattfindet. Wie aus dem Hanse Sail-Organisationsbüro verlautet, ist das Programm der Jubiläums-Sail komplett. Attraktion sind die beiden größten und ältesten Windjammer der Welt, die „Sedov“ und die „Kruzenstern". Beide Schiffe segeln unter russischer Flagge und werden während der Hanse Sail in Warnemünde ihren Liegeplatz haben.
Insgesamt werden über 200 Traditionssegler in Rostock erwartet. Premiere hat dabei der 70 m lange Dreimast-Toppsegelschoner „Gulden Leeuw“. Eine Regatta der Haikutter beginnt bereits am 4. August in Dänemark. Von Nystedt starten die schnellen Haikutter zum Ziel vor Warnemünde. Allein sechs historische Koggen werden Rostock ansteuern und am Silohafen festmachen. Hubschrauber und Wasserflugzeuge starten aus dem Fischereihafen Marienehe. Litauen ist in diesem Jahr das Partnerland der Hanse Sail. Ein vielseitiges Rahmenprogramm wird die 20. Hanse Sail an den Ufern der Warnow begleiten.
Es ist schon seit einiger Zeit bekannt, dass das Ortsamt Warnemünde seine Pforten für immer schließen würde. Die Kassen der Hansestadt Rostock sind leer und so sagte sich die Bürgerschaft, wir legen das Ortsamt Warnemünde mit dem Ortsamt Groß Klein zusammen.
Das geschah trotz heftiger Proteste am vergangenen Montag. Nun müssen die Warnemünder, wenn sie ein Anliegen haben, nach Groß Klein reisen. Zu den Anliegen zählen zum Beispiel die Anträge für neue Ausweispapiere oder Parkbescheinigungen. Im Klenow Tor befindet sich das Rostocker Ortsamt Nordwest.
Von 1965 bis 1970 entstand als neue Lotsenstation das blaue Gebäude am Fuß der neuen Ostmole. Der Seeverkehr hatte sich durch den Bau des Rostocker Überseehafens so stark entwickelt, dass die alte Lotsenstation am Alten Strom nicht mehr den Ansprüchen gerecht wurde.
Da der Lotsendienst etwas später in die neu gegründete Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei integriert wurde, entstand hier auch gleichzeitig die Leitstelle für den gesamten Seeverkehr zum Überseehafen. Heute wird vom „Blauen Wunder an der Warnowmündung“, wie das hohe Gebäude im Volksmund genannt wird, nicht nur der Lotsenbetrieb gesteuert, sondern auch ständig der Seeverkehr auf der Ostsee vor Warnemünde beobachtet.
Ab 21. Juni wird die große Turnhalle in der Fritz-Reuter-Straße für mindestens fünf Monate geschlossen. Grund ist eine Komplettsanierung des maroden Gebäudes. Zwar wurde sie innen vor etlichen Jahren auf einen relativ modernen Stand gebracht, doch auch der entsprach nicht dem heutigen Standard.
Die große Turnhalle wurde einst auf dem alten Schulhof der Fritz-Reuter-Schule gebaut, als in Warnemünde der Sport noch einen hohen Stellenwert besaß. Sie entstand in der so genannten „Volkswirtschaftlichen Masseninitiative“ und wurde von der damaligen Warnowwerft gefördert. Sportler der Warnowwerft waren beim Bau aktiv beteiligt. Die Mauersteine für die Halle kamen aus Abrissbauten und sie wurden von den Sportlern gesäubert. Entsprechend war die Qualität des Gesamtbauwerks. Besonders beim Verputzen der Halle kam es zu groben Qualitätsmängeln. An der damaligen Ist - Situation hat sich bis heute nichts geändert. Ab 1. November soll die Halle wieder voll genutzt werden.
Ohne großes Spektakel, aber dennoch effektiv, fand am letzten Sonnabend auf dem Fischmarkt das 10. Matjesfest in Warnemünde statt. Der neue Matjesjahrgang wurde eingeweiht. Auf dem Fischmarkt-Mittelmole fand die traditionell „Amerikanische Versteigerung“ eines Matjesfasses statt. Es war also dem Auktionator überlassen, wann er die Versteigerung beendet. Der letzte Euro entschied darüber, wer das 12,5 kg Heringsfass mit etwa 100 Matjesheringen sein Eigen nennen durfte.
In diesem Jahr ging das Fass an einen Urlauber aus Joachimsthal im Land Brandenburg. Bei dieser Versteigerung, die von maritimer Akkordeonmusik und Mitgliedern der Trachtengruppe begleitet wurde, kamen insgesamt 358 Euro zusammen. Das Geld geht an die Warnemünder Trachtengruppe, die sich davon neue Kostüme leisten möchte.
Die CuBar im zweitletzten Haus am Alten Strom erfreut sich im Sommer wie auch im Winter großer Beliebtheit bei den Besuchern und Feriengästen des Seebades. Das hat nicht nur seinen Grund in der günstigen Lage, sondern auch im Speise- und Getränkeangebot. Hier hat alles einen durchaus Karibischen Charakter.
Einst befand sich hier das erste Seewasserwarmbad. Französische Besatzungssoldaten sollen sich darin erholt haben. Die Badewannen wurden im vorigen Jahrhundert nicht mehr gebraucht. Ein Souvenierladen etablierte sich, die Weiße Flotte der 70er Jahre hatte in diesem Haus ihre Leitstelle und ein Reisebüro versuchte sich hier nach der Wende, um den Warnemündern die Fernreisen schmackhaft zu machen. Vor geraumer Zeit wurde das Haus komplett umgebaut, und die CuBar etablierte sich mit großem Erfolg, wie man täglich sehen kann.
Während das Kurhausrestaurant seit Anfang 2010 aus Rentabilitätsgründen geschlossen ist, hat nur noch die Spielbank hier ihren Sitz. So finden Veranstaltungen im Kurhausgarten fast ausschließlich unter der Leitung der Tourismuszentrale statt.
Am letzten Sonntag gab Buschners Showband hier ein weiteres Kurkonzert. Diese musikalische Unterhaltung hat inzwischen viele Freunde gefunden, und so kamen auch am vergangenen Sonntag zahlreiche Zuhörer in den Kurhausgarten. Einige fanden bei beliebten Schlagern aus der Vergangenheit sogar noch Mut zu einem kleinen Tänzchen auf dem sandigem Boden.
Im grünen Freibereich zwischen dem "Hotel am Leuchtturm" im Osten, der Promenade im Norden, und dem Café Röntgen im Süden, gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts Kaffeegärten. Sie lagen damals noch hautnah an der Strandpromenade. Es befand sich hier sogar eine gepflasterte Tanzfläche, und an vielen Tagen musizierte ein Orchester zum Tanztee. Das gehört heute der Geschichte an.
Jetzt befinden sich die lauschigen Kaffeegärten näher an der Straße. Leider! Aber die gastronomische Situation, wie auch der gesellschaftliche Charakter, haben sich geändert. Das „Hotel am Leuchtturm“ wartet allein schon mit drei gastronomischen Einrichtungen auf. Hinzu kommt auf der anderen Seite der Promenade der Teepott mit seinen vielen gastronomischen Außenflächen.
Warnemündes Straßen sind wieder etwas ebener geworden. In der vergangenen Woche wurden die meisten Schlaglöcher mit Teer und Split zugeschüttet. In diesen Bereichen sollten auch jetzt noch die Pkws langsamer als sonst die Straßen passieren.
Der schwarze Split kann schnell die Autos beschädigen. Dass die Straßen jetzt wie Landkarten aussehen, sollte eigentlich keinen Autofahrer mehr stören, schließlich sehen in Deutschland die Straßen überall ähnlich aus.
…Es sollte darüber aufklären, welchen Gefahren die Badegäste am Strand durch die direkte Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Die Gefahren der ultravioletten Sonnenstrahlen sind für die menschliche Haut sehr hoch. Sie werden von den meisten Feriengästen am Strand leider verkannt oder gar nicht beachtet.
Wie schützt man sich vor den Sonnenstrahlen am besten, war der Sinn des Infomobil des Bundesamtes für Strahlenschutz. Leider war das Infomobil nicht angekündigt, und die Präsentation am Leuchtturm eher unauffällig. Schade!
... was haben wir über den langen kalten Winter geschimpft. Nun ist er verschwunden und ein paar kleine Tage stülpte sich eine Wärmeglocke über Warnemünde. Was meinen Sie, was die Leute da geschimpft haben. Zu heiß, zu schwül, zu viel Sonne! Und es gab noch mehr zu meckern. In unserem Supermarkt war plötzlich das gaslose Wasser ausgegangen. Nur „mit Gas“ gab es ausreichend Wasser. Gut, eigentlich kein Grund zum schimpfen, denn das gaslose Rostocker Trinkwasser aus der Wasserleitung ist, oder soll, das beste Wasser in Deutschland, zumindest in Mecklenburg sein. Mich störte das wenig, denn ich mag lieber Wasser mit Gas. Überhaupt, die Bezeichnung Wasser mit Gas ist mittlerweile weltweit zum Begriff geworden. Selbst die Kellner in Gibraltar, in Spanien oder auf den Kreuzfahrtschiffen fragen nach Wasser mit oder ohne Gas. „No Gas!“. Das ist längst internationale Sprache. Mit Bier ist das schon ganz anders. Bier ohne Gas ist ein absoluter Fehltritt. Wein mit Gas ergibt Sekt. Den gibt es mittlerweile schon in Mikrosektflaschen und Dosen. Ich musste kürzlich sieben Flaschen davon trinken, um wenigstens ein ganz kleines bisschen in Stimmung zu geraten.
Nun kommen endlich wieder die beliebten Bierdosen in die Supermärkte. Gerade hatten wir uns an die Plastikflaschen gewöhnt, da wird schon erneut umdisponiert. Ich weiß gar nicht mehr, wie aus einer Dose getrunken wird. Vielleicht bekommen wir eine Gebrauchsanweisung mit auf den Weg. Müssen wir dann auch einen Dosenöffner mit uns führen? Haben Sie schon daran gedacht, dass in knapp vier Wochen der Rummel um die Fußballweltmeisterschaft zu Ende ist? So oder so? Die Flaggen an den Autos können wieder abgeschraubt werden. Viel Zeit wurde am Fernseher vergeudet, um in Südafrika dabei zu sein. Aber die WM ist ja längst noch nicht das Letzte, was uns erwartet. 2012 findet eine Fußball Europameisterschaft statt. Dann müssen wieder neue Fernsehgeräte angeschafft werden. Und schauen wir noch weiter voraus; 2014 ist die nächste Fußball WM. Der Rummel geht von vorne los. Dann haben wir im nächsten Jahr den Eurovision Song Contest in Deutsche Land. „12 Points for Deutsche Land“, oder?
Die Welt ist in Bewegung. Ob die Regierung Westerwelle - Merkel mit ihrer Finanznot das alles schultert? Aber jetzt lassen wir erst einmal in aller Ruhe die Badesaison auf uns zukommen. Die Ostsee hat jetzt schon 14 Grad Plus, und das ist ein gutes Zeichen. Das meint heute an einem Halbsommertag, dem natürlich schon wieder Regentage folgen werden, Ihr Warnemünder Gerhard Martens